ForstWaldschutzWaldbrandgefahr: KFV warnt vor Feuer und Funken

Waldbrandgefahr: KFV warnt vor Feuer und Funken

Waldbrand
Schon eine kleine Unachtsamkeit kann bei trockener Witterung zu einem großflächigen Waldbrand führen.
Quelle: Alin Brotea/shutterstock.com

Seit Jahresbeginn 2026 wurden in Österreich 269 Waldbrände registriert. Das zeigen die Daten der Waldbrand-Datenbank der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Damit liegt die Zahl bereits über dem Gesamtwert des Vorjahres, in dem 196 Waldbrände erfasst wurden.
Auch im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt ist die Zahl hoch: Von 1993 bis 2025 wurden im Mittel 149 Waldbrände pro Jahr registriert. Viele der bisherigen Brände im Jahr 2026 blieben von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt.
Ein Großbrand wie jener im Raxgebiet im Jahr 2021 ist Österreich heuer bislang erspart geblieben. Damals wurden rund 115 Hektar Schutzwald zerstört. Tausende Feuerwehrleute standen im Einsatz, zudem unterstützten internationale Löschflugzeuge Österreich über den EU-Katastrophenschutzmechanismus.

Internationale Löschkapazitäten teilweise gebunden

Spanien und Frankreich kämpfen derzeit gegen schwere Waldbrände und haben Löschflugzeuge aus anderen europäischen Staaten angefordert. Dadurch sind Kapazitäten der internationalen Katastrophenhilfe teilweise gebunden.
Angesichts der Trockenheit und der bevorstehenden Hitzewelle sei daher auch in Österreich besondere Vorsicht erforderlich, warnt der Fachbereich Eigentumsschutz im KFV.

Waldbrände in den Bundesländern 2026
Quelle: Waldbranddatenbank/Boku/KFV

Menschliches Verhalten häufigste Brandursache

Nach Angaben des KFV werden 83 Prozent der Waldbrände in Österreich durch menschliches Verhalten verursacht. Natürliche Ursachen wie Blitzschläge spielen eine deutlich geringere Rolle.
Trockenheit und Hitze lassen Gras, Laub und andere Vegetation rasch austrocknen. Dadurch können bereits kleine Funken einen Brand auslösen. Bei Wind kann sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit ausbreiten.
Zu den möglichen Zündquellen zählen weggeworfene Zigaretten, Lagerfeuer, Grills und Fackeln. Auch Funken bei Arbeiten mit Winkelschleifern, Schweiß- oder Trenngeräten können trockenes Pflanzenmaterial entzünden. Heiße Fahrzeugteile wie Auspuff oder Katalysator stellen ebenfalls eine Gefahr dar, wenn Fahrzeuge auf trockenem Gras oder Stoppelfeldern abgestellt werden.

Verhalten bei hoher Waldbrandgefahr

Das KFV empfiehlt, im Wald und in Waldnähe auf offenes Feuer zu verzichten und bestehende Feuerverbote zu beachten. Zigaretten und Streichhölzer dürfen nicht in der Natur entsorgt werden.
Funkenbildende Arbeiten im Freien sollten bei großer Trockenheit möglichst verschoben werden. Fahrzeuge sollten nicht auf trockener Vegetation abgestellt werden. Glasflaschen, Glasscherben und andere Abfälle sind aus der Natur mitzunehmen.
Bei Freizeitaktivitäten sollen nur ausgewiesene Grillplätze genutzt sowie behördliche Warnungen, Verbote und Sperren beachtet werden.
Wer Rauch oder Feuer entdeckt, soll sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 122 verständigen und sich selbst in Sicherheit bringen.

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