Das Frühjahr 2026 war laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft das trockenste seit Beginn der österreichischen Messgeschichte. Nach mehreren Großbränden im April und einer kurzfristigen Entspannung im Juni stieg die Waldbrandgefahr mit den hohen Temperaturen erneut an.
Seit Jahresbeginn wurden mehr als 270 Waldbrände auf rund 230 Hektar Waldfläche dokumentiert. Allein im Juli gab es etwa 70 Brände.
Bundesminister Norbert Totschnig weist darauf hin, dass mehr als acht von zehn Waldbränden durch menschliches Verhalten verursacht würden. Besonders bei Trockenheit seien daher Vorsicht und die Einhaltung bestehender Verbote entscheidend.
Waldbrandverordnungen in vielen Bezirken
In den meisten Bezirken Österreichs sind Waldbrandverordnungen in Kraft. Verboten sind insbesondere das Entzünden von Feuer, das Rauchen und der Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen im Wald und in gefährdeter Waldnähe.
Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro oder Freiheitsstrafen von bis zu vier Wochen. Informationen über geltende Verordnungen erteilen Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften.
Regionale Unterschiede bei der Gefährdung
Eine erhöhte bis hohe Waldbrandgefahr besteht vor allem im östlichen Niederösterreich, in Teilen Kärntens und in inneralpinen Trockentälern Tirols. Langfristige Daten zeigen auch steigende Risiken in Teilen der Südsteiermark und des Burgenlandes.
Die Gefahr hängt unter anderem von Wetter, Vegetation, Blitzschlag, menschlichen Aktivitäten und der Nähe von Wald zu Siedlungen ab. Neben einem Schwerpunkt im Frühjahr tritt häufig im Juli und August ein weiteres Maximum auf.
Forststraßen erleichtern Löscharbeiten
Besondere Risiken entstehen, wenn Waldbrände auf Siedlungen oder Infrastruktur übergreifen. Etwa ein Sechstel der österreichischen Waldfläche erfüllt eine Objektschutzfunktion und schützt Gebäude und Siedlungen vor Naturgefahren.
Nach Angaben Totschnigs sind Forststraßen sowie die laufende Pflege und Bewirtschaftung der Wälder für eine rasche Brandbekämpfung wichtig. Sie ermöglichen den Feuerwehren insbesondere in schwer erreichbaren Gebieten einen schnelleren Zugang.
Mit dem Aktionsprogramm „Brennpunkt Wald“ und Projekten des Waldfonds werden Forschung, Prävention und Einsatzvorbereitung unterstützt. Dafür stehen 14,5 Millionen Euro zur Verfügung.
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