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Rubrik Waldbau

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Waldlabor: Kalabrische Tanne bewährt sich

Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden setzen Oberösterreichs Wälder zunehmend unter Druck. In zehn Waldlaboren wird deshalb erforscht, welche Baumarten und Herkünfte mit dem Klima der Zukunft zurechtkommen.

Ein heute begründeter Waldbestand muss auch in 50 oder 100 Jahren mit den dann herrschenden Klimabedingungen zurechtkommen. Quelle: Land Oberösterreich_Spendlingwimmer

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Reinhild Jäger 2 Min. Lesezeit

Wer heute einen Baum pflanzt, trifft eine Entscheidung für Generationen. Doch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden verändern die Bedingungen in Oberösterreichs Wäldern schneller, als sich Baumarten natürlich anpassen können. Vor allem in tieferen und trockeneren Lagen könnten bis Ende des Jahrhunderts Bedingungen entstehen, wie es sie derzeit selbst in den wärmsten Regionen Österreichs nicht gibt. Mit den Waldlaboren investiert Öberösterreich deshalb in Forschung und Grundlagenarbeit. Untersucht wird, welche Baumarten und Herkünfte mit den klimatischen Bedingungen der kommenden Jahrzehnte zurechtkommen.
„Oberösterreichs Waldbäuerinnen und Waldbauern denken seit jeher in Generationen. Durch klimatische Veränderungen werden bisherige Erfahrungswerte jedoch zusehends auf die Probe gestellt. Mit den Waldlaboren testen wir heute, welche Baumarten mit dem Klima von morgen zurechtkommen“, sagt Forst-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

Trockenheit setzt Wälder unter Druck

Wie dringend diese Vorsorge ist, zeigt die aktuelle Trockenheit. Fehlender Niederschlag und hohe Temperaturen bedeuten erheblichen Stress für die Wälder. Besonders die Fichte gerät auf warmen und trockenen Standorten zunehmend unter Druck. Geschwächte Bäume sind zudem anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Die Herausforderung: Forstwirtschaft arbeitet mit langen Zeiträumen. Ein heute begründeter Waldbestand muss auch in 50 oder 100 Jahren mit den dann herrschenden Klimabedingungen zurechtkommen. „Klimafitness im Wald ist keine Frage für irgendwann. Was heute gepflanzt wird, soll auch kommenden Generationen einen gesunden und wirtschaftlich nutzbaren Wald sichern. Deshalb müssen wir jetzt vorsorgen“, betont Langer-Weninger.

Zehn Waldlabore liefern erste Erkenntnisse

Die OÖ Waldlabore sind wissenschaftlich begleitete Versuchsflächen. Dort werden heimische sowie potenziell geeignete nicht heimische Baumarten und unterschiedliche Herkünfte unter realen Standortbedingungen getestet. Mittlerweile wurden zehn solcher Waldlabore mit Mitteln aus der Ländlichen Entwicklung angelegt. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Baumartenwahl verändern wird. Neben Eiche, Weißtanne und Buche werden Arten aus wärmeren Regionen Europas sowie trockenheitsverträglichere Herkünfte untersucht. Trockenspezialisten wie Schwarzkiefer und Atlaszeder weisen bislang meist geringe Ausfälle auf. Auf sehr seichtgründigen Kalkstandorten zeigen sich auch Feldahorn, Spitzahorn, Elsbeere und Speierling nach den ersten Versuchsjahren als tolerant.

Kalabrische Tanne als Hoffnungsträger

Besonderes Augenmerk liegt auf der kalabrischen Weißtanne. Sie hat sich in Oberösterreich, insbesondere in tieferen Lagen, bislang als vital und wachstumsstark erwiesen. Deshalb wurde eine Zusammenarbeit mit dem kalabrischen Forstdienst aufgebaut. Von 43 Bäumen wurde Saatgut für Anzucht und Vermehrung in Österreich gewonnen. In einer heimischen Plantage wird die genetische Vielfalt dieser Herkunft gesichert. Ziel der Waldlabore ist allerdings nicht, die eine „Baumart der Zukunft“ zu finden. Vielmehr soll geklärt werden, welche Arten und Herkünfte für den jeweiligen Standort geeignet sind. Standortangepasste Mischbestände können das Risiko von Ausfällen verringern und die Widerstandsfähigkeit der Wälder erhöhen.

Kontakt zum Autor

Reinhild Jäger

LANDWIRT Redaktion

Bewirtschaftet einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in der Obersteiermark mit dem Schwerpunkt Forstwirtschaft. Die Landwirtschaft mit Ackerbau, Pferden und Schafen betreibt sie biologisch. Bereits während und nach dem Landwirtschaftsstudium an der Universität für Bodenkultur war sie für den LANDWIRT tätig und arbeitete anschließend in einem Ziviltechnikerbüro für Landwirtschaft. Seit 2017 ist sie wieder im LANDWIRT Team und betreut die Rubrik Forst. Seit Juni 2025 ist sie Chefredakteurin.

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