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Mit der Weidepflicht, die nun auch für Deutschland gilt, müssen auch die Jungrinder auf die Weide. Was ist dabei zu beachten?
Andreas STEINWIDDER: Jungrinder sind sehr empfindlich, sie müssen langsam an die Weide herangeführt werden.
Wie geschieht das am besten?
Das schrittweise Heranführen kann durch Beifütterung in einem Unterstand mit bestem Heu und vielleicht auch etwas Kraftfutter erfolgen. Erst ab dem vierten oder sechsten Lebensmonat sollten die Jungrinder dann mehr Gras fressen.
Ziel soll sein, dass sich die Tiere langsam und kontrolliert an das Weidefutter und zwangsläufig an die Parasiten gewöhnen. Das noch nicht ausgereifte Immunsystem darf nicht überfordert werden. Dass es funktionieren kann, zeigt die Mutterkuhhaltung und auch die kuhgebundene Aufzucht.
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Hier ist das Beifutter, die Milch der Kuh, jedoch immer mit dabei.
Das stimmt natürlich. Deshalb ist die Nähe zum Stall und die Möglichkeit zu Beifutter zu gelangen, wichtig. Außerdem sollte verhindert werden, dass die Jungrinder zu tief grasen.
Und die Flächen – im Idealfall kleine, übersichtliche Koppeln – sollten nicht länger als eine Woche lang beweidet werden. Ausreichende Weideruhe ist wichtig.
Sollen Landwirte Jungrinder- und Milchkuhherden auf den gleichen Flächen halten oder diese strikt trennen?
Unter bestimmten Bedingungen kann es sogar vorteilhaft sein. Gemischte Weidegruppen, die aus älteren, immunisierten Tieren bestehen, können den Parasitendruck senken. Die Weideflächen müssen dafür aber ausreichend groß sein.
Ältere Rinder übernehmen eine sogenannte Staubsaugerfunktion, da sie Parasiten aufnehmen, aber kaum Eier ausscheiden. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, wenn ausschließlich Jungtiere oder Kälber auf zu intensiv genutzten Weiden grasen.
Antworten auf folgende Fragen hält das Interview u.a. noch für Sie bereit:
- Was empfehlen Sie Bauern bei begrenzter Weidefläche? Wann ist ein hoher Tierbesatz möglich?
- Wo stößt die Kurzrasenweide an ihre Grenzen?
- Wie kann Weide auf kleinen, steilen Flächen gelingen?
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