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Weißstörche brechen in den Süden auf
Mit dem Spätsommer kommt der Vogelzug in Österreich in Gang. Viele Zugvögel, darunter Kuckuck, Nachtigall, Wespenbussard und Weißstorch, ziehen bereits Richtung Süden. Auch die Jungstörche aus den rund 600 heimischen Horsten brechen auf. In Ostösterreich zeichnet sich trotz des trockenen Sommers erneut ein hoher Bruterfolg ab.
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Die meisten Jungstörche ziehen bereits vor Mitte August ab, die Altvögel folgen etwas später. Anfang September ist der Abzug weitgehend abgeschlossen. Ostösterreichische Störche ziehen über Südosteuropa ins östliche Afrika, westösterreichische Richtung Südwesten. Viele Westzieher überwintern inzwischen bereits in Südwesteuropa, einige sogar in Mitteleuropa – etwa am Bodensee.
Zwischenbilanz der Storchensaison 2026
BirdLife Österreich erfasst jährlich die heimischen Weißstorch-Brutpaare und Jungvögel. Die bisher ausgewerteten 210 Horste in Burgenland, Niederösterreich und Kärnten zeigen mit 2,31 ausgeflogenen Jungvögeln pro besetztem Horst erneut einen hohen Bruterfolg. Zum Vergleich: Österreichweit lag der Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre zwischen 1,5 und 2,3. Besonders erfolgreich waren das Waldviertel und der Bezirk Oberwart mit mehr als 2,7 Jungvögeln pro Horst. In der Buckligen Welt sowie in Güssing und Jennersdorf waren es nur 1,8 bzw. 1,86. Starke Regenfälle könnten dort Jungstörchen zugesetzt haben.
Warum kamen die Störche mit der Trockenheit zurecht?
In der wichtigen ersten Junihälfte lagen die Niederschläge noch etwa im langjährigen Durchschnitt. Als ab der zweiten Junihälfte die Trockenheit einsetzte, waren die Jungstörche bereits größer und konnten mit anderer Nahrung versorgt werden. Neben Regenwürmern fressen Störche größere Insekten wie Heuschrecken sowie Mäuse. Problematischer ist Trockenheit in Gebieten, in denen Störche stark von Feuchtwiesen, Überschwemmungsflächen und Gewässerufern abhängig sind. Im Seewinkel lag der Bruterfolg heuer bei zwei Jungvögeln pro Brutpaar – solide, aber unter den Spitzenwerten anderer Regionen. Noch ausständig sind unter anderem die Ergebnisse aus den Augebieten an March und Thaya sowie den Feuchtwiesen des Rheintals.
Weißstorch-Bestand in Österreich
2025 brüteten 600 Weißstorch-Paare in Österreich – ein Rekord seit Beginn der Zählungen in den 1950er-Jahren. Mehr als 1.300 Jungstörche wurden erfolgreich großgezogen. 2015 waren es erst 386 Brutpaare. Das Burgenland bleibt mit 166 Paaren Spitzenreiter, gefolgt von Vorarlberg (138), Steiermark (135) und Niederösterreich (114). In Vorarlberg hat sich der Bestand seit 2015 nahezu verfünffacht. Auch in Oberösterreich (22), Kärnten (17) und Salzburg (8) nimmt der Bestand zu. Der österreichische Zuwachs entspricht dem europäischen Trend. Die besonders starke Entwicklung in Vorarlberg dürfte auch damit zusammenhängen, dass viele Westzieher heute kürzere Zugwege haben und dadurch weniger Gefahren ausgesetzt sind.
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