BioBio-RindWenn Charakter mehr als Hornlosigkeit zählt

Wenn Charakter mehr als Hornlosigkeit zählt

Seit 1998 züchtet Georg Doppler Blonde d’Aquitaine – und das in einem Gebiet, in dem einst kaum Tiere auf der Weide zu sehen waren.
Quelle: Natalie Honetz

Es ist noch früh am Morgen, als in Parzham in Waizenkirchen mit einem leisen Sirren eine Drohne in den Himmel steigt. Der 53-jährige Bio-Bauer Georg Doppler dreht jeden Morgen seine Runden mit dem Gerät. Sein Biohof befindet sich in Ortsnähe, fast schon im Siedlungsgebiet. Zudem führt am Betrieb eine Bahnstrecke vorbei, daher ist die morgendliche Flugrunde zur Routine geworden.

„So kann ich auf den Weiden alles kontrollieren und sehe auf einen Blick, ob alles in Ordnung ist“, erklärt der Waizenkirchner. Auf der Weide direkt gegenüber vom Haus kalbt heute die 34 Monate alte Kalbin „Ideal“ ab. Der Landwirt nähert sich langsam mit der Drohne und zoomt ran. Mit zufriedenem Blick aufs Display sagt er: „Das schaut gut aus. Nach der Geburt, möchte ich rasch die Ohrmarken einziehen.“ Tochter Josefa überlegt schon, wie das Kalb heißen könnte. Dass heute am Biohof Doppler knapp 100 Blonde d’Aquitaine-Rinder leben, hätte vor 30 Jahren niemand gedacht.

Exotische Weidehaltung

1992 übernahm Georg Doppler gemeinsam mit seiner Frau Astrid den Hof von seinen Eltern, damals ein nahezu viehloser konventioneller Ackerbaubetrieb. „Wir hatten kaum Ahnung von Rindern. In unserer Region gab es damals gar keine Weidehaltung, das war absolut exotisch, vor allem auf dem Acker.“ Eine übrig gebliebene Braunviehkalbin am Hof weckte in Astrid und Georg  das Interesse für die Mutterkuhhaltung. „Relativ schnell war klar, auf unserem Standort scheiden Extensivrassen wie Hochlandrinder, Galloway oder Angus aus. Dann waren für uns noch Charolais, Blonde d’Aquitaine, Limousin oder Piemonteser übrig“, erklärt der Bio-Bauer. Bei den letztgenannten sagte der Charakter den Landwirten nicht zu. „Wir waren dann bei Charolais und haben bei Gottfried Schachinger am Hof die Rinder angeschaut.“ Letztlich war es Georgs Mutter, die auf der Versteigerung in Wels vom ersten österreichischen Züchter Thomas Schiller einen Blonde d’Aquitaine-Stier sah. Sie empfahl ihrem Sohn, sich die Rasse doch noch genauer anzuschauen. Der Charakter, die Länge und auch die Eleganz der Blonde d’Aquitaine begeisterten die Dopplers. 1998 zogen mit der Bio-Umstellung des Betriebs auch die ersten fünf Blonde d’Aquitaine-Kalbinnen ein. „Zwei Linien sind davon übrig geblieben, darauf geht heute unsere gesamte Herde zurück.“

Was dieser Beitrag noch bereithält:

  • Der Weg zur Hornlosigkeit
  • Charakter zählt am meisten
  • Umstieg auf hornlos
  • Vererbung der Hornlosigkeit
  • Braucht es Hörner?
  • Schlaue Liste von Georg Doppler
  • Zuchttierverkauf ab Hof

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