Die Bilder aus Wien wirken nach. Tausende Bauern, hunderte Traktoren, eine klare Botschaft. Die Demonstration, organisiert vom Bündnis Zukunft Landwirtschaft, bringt auf den Punkt, was wir seit Jahren spüren: Der Druck steigt. Die Auflagen werden immer mehr, doch die Preise für unsere Produkte stagnieren. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch ungewollte Importe, die teils unter Bedingungen produziert werden, die unsere Auflagen längst verbieten.
Forderungen sind keine Radikalpositionen
Die Forderungen der Demonstranten sind nachvollziehbar. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Weniger Bürokratie. Faire Wettbewerbsbedingungen. Das sind keine radikalen Wünsche. Das sind Grundvoraussetzungen für eine funktionierende heimische Landwirtschaft. Gerade die Herkunftskennzeichnung könnte hier vieles zum Besseren wenden. Da soll mal einer die Zurückhaltung der Politik verstehen. Wer von der regionalen Landwirtschaft immer höhere Qualitätsstandards in der Produktion fordert, müsste ja auch Interesse daran haben, besagte höhere Qualität unter die eigenen Leute zu bringen.
Transparenz statt Schönreden
Wir fordern ja keinen Importstopp von Lebensmitteln – das wäre rechtlich auch kaum umsetzbar. Doch wenn ein Wirt sein 18-Euro-Schnitzel vom Schwein mit Eiern von ukrainischen Batteriehennen panieren will, nur um sich ein paar Cent zu sparen, dann soll er das auch dazuschreiben. Und dann soll er dem Kunden erklären, warum er das so macht. Denn wir sind es leid, den Menschen erklären zu müssen, dass es bei uns so wie bisher nicht weitergehen kann. Aber solange nichts geschieht, kann ich alle Landwirte nur ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Und wenn der Traktor vorm Parlament einer Wiederholung bedarf. Dann soll es eben so sein.
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