TierSchafWie die Schotten Schafe und Ziegen halten

Wie die Schotten Schafe und Ziegen halten

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Kate und Marcus Maxwell mit ihren neuseeländischen Romneyschafen und Huntawayhunden.
Quelle: Christiane Geiger

Die erste Farm, die wir in Schottland besuchten war die Holm Farm der Familie Maxwell. Dabei handelt es sich um eine neuseeländische Farm auf schottischem Boden. 2.800 Romneyschafe, Huntawayhunde, das Equipment und auch Kate Maxwell selbst stammen aus Neuseeland.

„Lambing the natures way“, also Lammen auf natürlichen Weg ist das Ziel von Kate und Marcus Maxwell mit ihrem Sohn Murphy. Ganzjährige Weidehaltung mit Lammung auf der Weide in großen Gruppen mit so wenig Einflussnahme durch den Menschen wie möglich. Die Weiden werden häufig gewechselt und mit einer Rinderherde nachbeweidet.

Die Lämmer werden nach dem Absetzen auf Ackerfutter ausgemästet und ab Weide verkauft. Dazu wird eine vielfältige Mischung aus verschiedenen Arten Klee, Spitzwegerich und Chicorée eingesät, um auch die Heilwirkung dieser Pflanzen zu nutzen. Mehr zum Thema Qualitätslämmer ohne Kraftfutter

Versteigerungen: schnell und professionell

Am dritten Tag unserer Fahrt verfolgten wir mit großem Interesse, wie in Stirling bei United Auctions Lämmer und Schafe versteigert wurden. Wie zuvor bei der Rinderauktion war es für uns nur schwer auszumachen wer gerade bietet und durch die Geschwindigkeit der Versteigerung konnten wir kaum sagen, was das Los Tiere im Augenblick kostet. Von der Anlieferung über die Sortierung nach Qualität und die Versteigerung mit dem folgenden Abtransport war alles beeindruckend professionell organisiert.

Wir kamen mit einem Einkäufer eines Schlachthofs ins Gespräch, der an diesem Tag 2.000 Lämmer ersteigern wollte. Den schönsten Ausblick der Reise bot uns die Portnellan Farm am Loch Lomond. Ein Biobetrieb mit Weiderindern, der die Lage am See auch als Einkommensquelle nutzt.

Vermietung von Ferienwohnungen und Liegeplätzen für Boote, Speedboottouren und der Verleih von Wassersportgerätschaften tragen zum Betriebseinkommen bei. Bei den Rindern liegt der Fokus auf hochwertigem, langsam gewachsenem Biorindfleisch aus ganzjähriger Weidehaltung mit Aberdeen Angus und Shorthornrindern. Mehr zum Thema Schafversteigerungen in Schottland

Geringer Methanausstoß als Zuchtziel

Im Hill & Mountain Research Centre am Fuße der schottischen Highlands geht es um die Erforschung wirtschaftlicher, ökologischer und sozial nachhaltiger Landbewirtschaftungssysteme. Die Farm des Forschungszentrums vereint fruchtbareres Grünland im Tiefland und hochgelegene Weiden mit kargem Futter aber von hohem Wert für den Naturschutz. Eines der Projekte hat das Ziel, den Ausstoß von Methan und Kohlendioxid bei Lämmern zu messen und bei gleichbleibender Wachstumsleistung züchterisch zu verringern.

Dazu gibt es einen Anhänger, der direkt auf der Weide eingesetzt werden kann. Auch andere Betriebe, die wir besucht haben, lassen ihre Lämmer so einschätzen und erhoffen sich davon einen Zuchtfortschritt. Mehr zum Thema Methanausstoß und Messmethoden

Ein Highlight der Tour war der Besuch bei Familie McGowan auf der Incheochfarm. Etwa 1.000 Lleynschafe und 100 Texel werden im Zuchtbetrieb ganzjährig im Freien gehalten und beweiden Ackerfutter wie Stoppelrüben im Winter. Zur Nachweide kommen Rinder der Rassen Angus und Luing zum Einsatz.

Die Zuchttiere werden auf einer Auktion ab Hof versteigert. Zu den Schafen zeichnen Debbie und Neill McGowan viele Informationen mithilfe eines Herdenmanagementprogramms und der elektronischen Ohrmarken auf, die dann in Zuchtentscheidungen einfließen. Ziel ist auch hier ein leistungsstarkes und standortangepasstes Schaf, das weitgehend selbst zurechtkommt.

Die Zucht auf Wurmresistenz ergänzt das Programm.

 

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