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Rubrik Agrarpolitik und Förderung

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Wie gerecht geht es in der Landwirtschaft zu?

Politik, die für Misstrauen sorgt: Wenn Bauern bei angekündigter Unterstützung zuerst nach dem Haken suchen, ist das ein deutliches Zeichen für schwindendes Vertrauen.

Reinhild Jäger 1 Min. Lesezeit

Wie gerecht geht es in der Landwirtschaft eigentlich zu? Diese Frage beschäftigt Hans Meister in „Was Bauern bewegt“ ab Seite 6. Bis 2022 war er als Bauernsprecher eine pointierte Stimme im LANDWIRT und für viele unserer Leser ein langjähriger Ratgeber. Und noch immer weiß er, was den Bauern unter den Nägeln brennt. Denn dass sich viele Bauern mehr Gerechtigkeit wünschen, habe ich kürzlich auch beim Karpfhamer Fest und auf der Rottalschau erlebt. Dort ging es – obwohl wir uns in Bayern befanden – in Gesprächen immer wieder um die österreichische Dürrehilfe. „Ein Witz“ sei diese „dürre Hilfe“: mit der Gießkanne verteilt und am Ende von den Bauern ohnehin wieder selbst bezahlt. Was das Prinzip „linke Hosentasche, rechte Hosentasche“ betrifft, hielt unter anderem LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger in einer Presseaussendung dagegen. Er sprach von „Fake News“ und stellte klar: Es handle sich um Bundesmittel und nicht um Bauerngeld.

Viel mehr als die Frage, wer Recht hat, beschäftigt mich jedoch ein anderer Aspekt: dass viele Bauern ganz selbstverständlich davon ausgehen, am Ende ohnehin wieder selbst zur Kasse gebeten zu werden. Eine Hilfe wird angekündigt – und statt Erleichterung kommt zuerst die Frage nach dem Haken. Was wird dafür gestrichen? Was kostet es uns am Ende? Ob die Bauern diese Hilfe tatsächlich selbst bezahlen, wird sich zeigen. Dass viele schon jetzt davon überzeugt sind, sagt aber einiges über ihr schwindendes Vertrauen in die Politik aus.

Während Hans Meister – wenn auch nur für diese Ausgabe – zu uns zurückkehrt, verlässt uns ein anderer LANDWIRT Redakteur, um einen neuen Weg einzuschlagen: Jonas Edegger wird künftig als Lehrer an einer landwirtschaftlichen Fachschule arbeiten. Lieber Jonas, danke dafür, dass du unsere Zeitschrift mit deinem Einsatz bereichert hast und alles Gute für deine neue Aufgabe!

Ihre Reinhild Jäger

Kontakt zum Autor

Reinhild Jäger

LANDWIRT Redaktion

Bewirtschaftet einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in der Obersteiermark mit dem Schwerpunkt Forstwirtschaft. Die Landwirtschaft mit Ackerbau, Pferden und Schafen betreibt sie biologisch. Bereits während und nach dem Landwirtschaftsstudium an der Universität für Bodenkultur war sie für den LANDWIRT tätig und arbeitete anschließend in einem Ziviltechnikerbüro für Landwirtschaft. Seit 2017 ist sie wieder im LANDWIRT Team und betreut die Rubrik Forst. Seit Juni 2025 ist sie Chefredakteurin.

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