Schwankende Weltmarktpreise, steigende Betriebskosten und die Konkurrenz zu großen Mastbetrieben im In- und Ausland stellen viele Schweinehalter in Österreich und Süddeutschland vor Herausforderungen. Eine Möglichkeit ist es, Schweinefleisch selbst zu verarbeiten und zu vermarkten. Neben dem persönlichen Interesse für die Direktvermarktung muss aber vor allem die Wirtschaftlichkeit passen. Oder anders gesagt: Nur, wenn am Ende ein fairer Stundenlohn für die Arbeit übrig bleibt, ist ein Einstieg sinnvoll. Freude und Engagement allein reichen leider nicht aus.
Bei der Schlachtung, Zerlegung und Vermarktung von Schweinefleisch entscheiden vor allem die Investitionskosten für EU-konforme Schlachträume und Spezialmaschinen über Erfolg oder Scheitern der Direktvermarktung.
Tierzahl statt Verkaufspreis
Meist versuchen Direktvermarkter, auf Basis einer festgelegten oder vorhandenen Tierzahl einen wirtschaftlichen Verkaufspreis zu kalkulieren. Dieser deckt zwar alle anfallenden Kosten ab, fällt dann jedoch oftmals so hoch aus, dass ihn die Kunden meist nicht mittragen. Tatsächlich setzen der Markt sowie die Abnehmer – ob Hofladen oder Gastronomie – aber eine Preisobergrenze. Wird diese überschritten, sinkt die Absatzchance gegen Null. Zwar rechtfertigen Qualität und Regionalität einen gewissen Aufpreis, dieser endet aber bei der marktüblichen Belastungsgrenze!
In der Praxis ist es sinnvoller, rückwärts zu rechnen: Wie viele Schweine muss ich jährlich vermarkten, um meine Kosten zu decken und am Ende meinen angestrebten Stundenlohn zu erzielen?
Was dieser Beitrag noch bereithält:
- Ein komplettes Rechenbeispiel für einen österreichischen Schweinebetrieb
- Tabellen
- Sozialversicherung, Einkommenssteuer, Nettolohn
- Buchtipp
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