Unter dem Motto „Woche der Land- und Forstwirtschaft“ will die Landwirtschaftskammer Steiermark auf die meist unsichtbaren Umweltleistungen der heimischen Land- und Forstwirte aufmerksam machen. Als Bühne dafür dienen die Betriebe selbst. In jedem der 13 steirischen Bezirke finden zwischen 20. und 27. Juli Hofgespräche zu den unterschiedlichsten Umweltthemen statt. LK-Präsident Andreas Steinegger zu dieser Initiative: „Es braucht mehr Bewusstsein für die Umweltleistungen der Bäuerinnen und Bauern. Wir untermauern diese vielfach unbemerkten Leistungen mit Fakten.“
Die Kernthemen dieser Aktion im Überblick:
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Biodiversitätsflachen
2025 erreichen die Biodiversitätsflächen mit 28.000 ha in der Steiermark ein Rekordausmaß. Zurückzuführen ist dies auf die freiwillige Umsetzung der durch das Umweltprogramm „ÖPUL“ geschaffenen und geförderten 25 Agrarumweltmaßnahmen.
- 350.000 Bäume, Büsche und Hecken sind als Rückzugsräume für Insekten, Bestäuber, Vögel registriert und unter Schutz gestellt.
- Auf 15.000 ha Naturschutzfläche verzichten Landwirte zudem auf mineralischen Dünger, weitgehend auf Wirtschaftsdünger und halten verspätete Schnittzeitpunkte ein.
- 7.700 Rinderbetriebe setzen mit 140.000 Tieren die Maßnahme „Tierwohl Weide“ um
- 3.700 steirische Biobetriebe bewirtschaften nach den Regeln des Biolandbaus 60.000 Hektar Grün- und Ackerland sowie Obst- und Weinkulturen.
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Wirtschaftswald als Lebensraum
Die waldökologische Basisinventarisierung im Forstgut Pichl mit hochmodernen Forschungstechniken und rund 50 Experten aus dem In- und Ausland widerlegt den Mythos artenarmer Wirtschaftswälder. LK-Präsident Steinegger: „Rund 3.000 Arten wurden nachgewiesen – darunter zahlreiche Rote-Liste-Arten, Endemiten und sogar Erstnachweise für die Steiermark. Wirtschaftswälder sind wertvolle Lebensräume.“ Der Mährische Asselfresser, eine Spinnenart, wurde erstmals in der Steiermark belegt und nach mehr als 80 Jahren die Höhlen-Baldachinspinne wiederentdeckt.
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Humusaufbau
LK-Vizepräsidentin Maria Pein sieht den Aufbau von Humus als bedeutenden Maßnahme gegen den Klimawandel: „Gesunde humusreiche Böden speichern mehr Wasser, schützen besser vor Erosionen und Trockenheit“
- 24.000 ha Ackerland werden von 2.500 steirischen Landwirten nach der Ernte begrünt.
- 1.900 Landwirte legen 2.400 ha Fläche jedes Jahr still.
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Heumilch und Almwirtschaft
„Unsere Milchkühe weiden im Sommer auf der Alm – so erhalten wir diese artenreiche Schatzkammer mit ihren wertvollen Kräutern und Gräsern wie zum Beispiel Mutterkraut, Weideröschen, Frauenmantel, Johanniskraut, Schafgarbe, Zittergras oder Wiesenstorchenschnabel“, unterstreicht die Alm- und Heumilchbäuerin Alexandra Frewein aus Kobenz.
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Beweidung von Naturschutzflächen
Alois Kiegerl aus Kruckenberg im Bezirk Deutschlandsberg beweidet mit der Rinderrasse Murbodner Naturschutzflächen. „Vom tierfreundlichen Stall über die Förderung der Rasse Murbodner bis hin zur Fütterung und Haltung ist bei uns alles stimmig,“ so der Landwirt.
Die mitwirkenden Betriebe in den Bezirken finden Sie unter: Aktivitäten in den Bezirken
Quelle: LK Steiermark
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