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Wolf: Herdenschutz unter scharfer Kritik

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Die neuen Bestimmungen machen eine Regulierung des Wolfs möglich.
Quelle: pixabay.com/keyoest

Viele der rund 8.000 Almbetriebe in Österreich haben ihr Vieh bereits aufgetrieben. Laut ersten Informationen aus den Bundesländern dürfte die Anzahl der auf der Alm gehaltetenen Nutztiere gegenüber den Vorjahren gestiegen sein. Seitens der Landwirtschaftskammer Kärnten heißt es ,dass daran vor allem die geringere Sorge vor Wolfsrissen dafür verantwortlich sei. Auch die Risszahlen sprechen für sich. Waren es 2022 noch rund 400 Nutztierrisse die Kärntens Almbauern in Atem hielten, sank die Zahl im Vorjahr auf nur 44 nachgewiesene Wolfrisse. Ist das ein Zeichen funktionierender Herdenschutzmaßnahmen? Wohl kaum – Josef Obweger, Obmann des Almwirtschaftsvereins betonte bei einer Pressekonferenz auf der Litzlhofalm (Millstatt) das sich die Risszahlen erst seit der Regulierung des Wolfes deutlich reduziert haben. Ein Faktum das auch in anderen Bundesländern beobachtet werden kann. Österreichweit sank seit der Entnahme von Problemwölfen die Risszahl von 1.780 im Jahr 2022 auf 726 gerissenen Nutztieren im Vorjahr.

Artenvielfalt bedroht

Neben Vertretern der Politik und der Landwirtschaftskammer nahm an der Alm-Pressekonferenz auch der renommierten Schweizer Biologe Marcel Züger teil. War Züger einst einer der größten Wolfsbefürworter spricht er jetzt von einer Gefährdung der alpinen Artenvielfalt durch die Rückkehr des Wolfes. Almen würden aufgegeben, verbuschen und verwalden mit der Zeit. Der Lebensraum vieler endemischer Arten, also Tieren die nur auf einem eng abgegrenzten geografischen Gebiet vorkommen, sei durch den Verlust von Weideflächen stark bedroht.
Durch Europa streifen jährlich rund 60.000 Wölfe. Etwa 23.000 Exemplare werden zum dauerhaften Bestand gezählt. Der Wolf an sich sei laut dem Experten nicht mehr bedroht.

Todesfalle Herdenschutz

Die von NGOs und Naturschützern geforderten Herdenschutzmaßnahmen seien laut Züger kritisch zu betrachten. Der Einsatz von wolfsicheren Zäunen zerschneide laut dem Biologen die Lebensräume vieler Wildtiere. Zudem stellen Elektrozäune eine Todefalle für Wildtiere dar. Der Einsatz von Herdenschutzhunden störe laut Züger zudem das Wild massiv. Kärntens LK-Präsident Siegfried Huber sieht seine Haltung durch Züger bestätigt: „Herdenschutz ist ein teures Ablenkungsmanöver, das in der Praxis nichts bringt, sogar Schäden verursacht.“

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