BioAcker und GrünlandZäune für große und kleine Rinder

Zäune für große und kleine Rinder

Erschienen in: LANDWIRT bio 02/2026

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Stacheldraht wird oft zum Scheuern benutzt
Quelle: Reinhard Gastecker

Die Planung der Weide richtet sich in erster Linie nach den verfügbaren Flächen und deren Bodenbeschaffenheit. Staunasse, extrem trockene oder sehr steile Flächen stellen besondere Herausforderungen an die Tierhalter. Zaunsysteme gibt es für jede Fläche, doch der Aufwand lohnt sich nicht immer. Die Ansprüche und Leistungen der Rinder spielen eine große Rolle bei der Auswahl der Flächen. Milchkühe mit höherer Leistung, Kälber mit Umstellungsfütterung oder Mastrinder mit höheren Tageszunahmen setzen hofnahe Flächen voraus. Nur so kann eine entsprechende Ergänzungsfütterung oder die Melkung arbeitswirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden.

Weide kleiner Teil
Die Rinder in einem kleinen Bereich an die Weide gewöhnen, so können sie den Zaun früh erkennen und werden nicht so schnell.
Quelle: Reinhard Gastecker

An die Weide gewöhnte Jungrinder, Kalbinnen, Ochsen und Mutterkühe mit Nachwuchs können auch auf weiter entfernten Flächen grasen. Die Herdengröße richtet sich nach dem Futterzuwachs, sonst kann die Zufütterung aufwendig und zeitintensiv werden. Beim Zaunsystem müssen Landwirte auf Arbeitswirtschaft, Hütesicherheit und Wartungsaufwand achten. Besonders während der Frühjahrs- und Sommermonate gibt es Arbeitsspitzen, durch die die Betreuung der Weide möglicherweise leidet. Um den Weideaufwuchs optimal nutzen zu können, muss das Zaunsystem einfach und praktisch handhabbar sein. Welches Zaunsystem bei welcher Altersgruppe eingesetzt wird, ist aber nicht so ausschlaggebend wie das schrittweise Gewöhnen an den Zaun.

Holz vs. Stacheldraht

Der massive Holzzaun wird oft als besonders hütesicher angesehen – doch das stimmt nicht immer. In Panik können Rinder extreme Kräfte entwickeln und Höhen von mehr als 1,5 m überwinden oder 5 cm starke Zaunbretter durchbrechen. Der Holzzaun eignet sich daher für Ausläufe, sehr kleine Flächen in Stallnähe oder zum Angewöhnen der Tiere an die Weide. Er ist im Vergleich zu anderen Zäunen materialaufwendig und teuer. Wichtig ist die Witterungsbeständigkeit des Holzes. Zaunsteher aus gut abgelagertem Akazien- oder Lärchenholz eignen sich am besten. Eine Elektrolitze gewöhnt die Rinder an den Weidezaun und verhindert, dass sie ihn als Scheuereinrichtung nutzen.

Holzzaun
Der Holzzaun eignet sich für kleine Ausläufe, sehr kleine Flächen in Stallnähe und zum Angewöhnen an die Weide.
Quelle: Reinhard Gastecker

In traditionellen Weidegebieten ist der Stacheldraht noch weit verbreitet. Er benötigt etwas weniger Material als der Holzzaun und ist kostengünstiger. Der Stacheldraht wird an 10 bis 15 cm starken Holzstehern befestigt, die im Abstand von etwa 2 bis 3 m im Boden stecken. Die Anzahl der Drähte richtet sich nach den Rindern, die er hüten soll. Bei Kühen genügen meist zwei Drähte in der Höhe von rund 50 und 90 cm. Weiden Kälber mit, sollten es 3 bis 4 Drähte sein. Die Standfestigkeit der Steher muss laufend kontrollieren werden, da die Kühe zeitweise den Stacheldrahtzaun zum Scheuern benutzen.

Was dieser Beitrag noch bereithält:

  • Elektrozaun
  • Leitermaterial richtig auswählen
  • Erdung und Zaunkontrolle
  • Fest- oder Mobilzaun?
  • Weidezaungerät
  • Tiere an den Zaun gewöhnen

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