Schafe und ZiegenZiegeZiegen und Weideparasiten: So sieht’s aus in Österreich

Ziegen und Weideparasiten: So sieht’s aus in Österreich

Ziegen mit Weidehaltung sind fortlaufend Parasiten, insbesondere Magen-Darm-Würmern, ausgesetzt.
Quelle: Miguel Peña Espinoza
Ziegen mit Weidehaltung sind fortlaufend Parasiten, insbesondere Magen-Darm-Würmern, ausgesetzt. Deren Bekämpfung wird durch zunehmende Resistenzen gegen Entwurmungsmittel immer schwieriger. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft hat daraufhin das Projekt ParaGÖAT in Auftrag gegeben, um die Situation zu erfassen und bestmöglich darauf reagieren zu können.

Parasitenbefall bei Ziegen verstehen

Eine Online-Umfrage wurde von 243 Ziegenbetrieben mit Weidegang aus allen Bundesländern beantwortet. Dies entspricht rund 3 % der österreichischen Ziegenhalter; zusammen hielten diese Betriebe fast 11.000 Tiere, also etwa 10 % des österreichischen Ziegenbestands. 86 % der Befragten beobachteten klinische Parasiteninfektionen und ein Drittel berichtete über Todesfälle stark betroffener Tiere.

96 % der Betriebe verwenden Entwurmungsmittel, 44 % behandeln die gesamte Herde und fast 40 % setzen selektive Behandlungen ein. Sieben von zehn Betrieben vermuten keine Resistenzen, obwohl die Wirksamkeit meist nie überprüft wurde. Auf 58 Betrieben wurden Sammelkotproben analysiert, wobei 96 % der adulten und 90 % der jungen Ziegen positiv auf Magen-Darm-Strongyliden getestet wurden. Kleine Lungenwürmer traten bei 60 % der adulten und 30 % der jungen Tiere auf, Kokzidien bei 96 % aller Proben.

Wirksamkeit von Entwurmungsmitteln prüfen

In Österreich ist derzeit nur Eprinomectin für Ziegen zugelassen. Auf 19 Betrieben wurde die Wirksamkeit durch Eizahlreduktionstests überprüft. Damit eine Behandlung als wirksam gilt, muss die Eizahl um mindestens 95 % sinken. Dieses Kriterium wurde auf 18 von 19 Betrieben nicht erreicht – ein deutlicher Hinweis auf Resistenzentwicklung.

Eprinomectin als Pour-on-Präparat wirkte schlechter als die Injektionsform. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit jeder Behandlung überprüft werden sollte und unterstreichen die Bedeutung selektiver und alternativer Kontrollstrategien.

Stark befallene Ziegen erkennen

Eine Eizählung aus Kotproben ist die genaueste Methode zur Identifikation stark ausscheidender Tiere, jedoch zeit- und kostenintensiv. Daher werden praktische Indikatoren benötigt. Im Rahmen des Projekts wurden 582 Ziegen auf klinische Parameter untersucht.

Der Body-Condition-Score (BCS) zeigte, dass Tiere mit einem BCS von 1 häufig hohe Eizahlen aufwiesen. Auch ein FAMACHA-Score von 4 war mit hoher Eizahl assoziiert. Insgesamt wiesen 25 % der untersuchten Ziegen ≥ 1.000 EpG auf, viele davon ohne klinische Anzeichen.

BCS und FAMACHA können die Eizählung jedoch nicht ersetzen. Eine mögliche Strategie wäre, regelmäßig den BCS zu erfassen und nur Kotproben von Ziegen mit niedrigen Werten zu untersuchen.

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