Schafe und ZiegenZiegeZiegenkäse aus Dalmatien

Ziegenkäse aus Dalmatien

0:00 0:00
Katica, immer lächelnd, hätte sich kein anderes Leben vorstellen können, als als Ziegenbäuerin auf der kroatischen Insel.
Katica, immer lächelnd, hätte sich kein anderes Leben vorstellen können, als als Ziegenbäuerin auf der kroatischen Insel.
Quelle: Cécile Jouffrey

Die französische Ziegenzüchterin Cécile Jouffrey (32) reist seit 1. April 2024 mit dem Fahrrad durch Europa von Ziegenhof zu Ziegenhof. Letzten Herbst erreichte sie den Bauernhof Žampera auf der Insel Dugi Otok im Dorf Žman in der Region Dalmatien in Kroatien. Die Insel ist eineinhalb Stunden mit dem Boot von Zadar entfernt. Durch diese Abgeschiedenheit konnte sich eine gewisse Ursprünglichkeit auf der Insel erhalten. Heute ist Dugi Otok bekannt für den Naturpark Telašica, die Kalksteinfelsen, geheime Buchten und Strände mit kristallklarem Wasser. Žman ist ein Dorf in der Bucht von Žmančica, umgeben von den Bergen Gračine, Veliki Slotnjak und Mali Slotnak. Die Bewohner von Žman leben vom Fischfang, der Wein-, Käse- und Olivenölproduktion.

80 Ziegen per Hand gemolken

Im Alter von 23 und 29 Jahren beschlossen Katica und Nikica, eine Ziegenfarm zu gründen. Die Ziegen sollten den 60 ha großen Olivenhain der Familie pflegen. Da Katica (53) und Nikica (59) keine Anfangsfinanzierung hatten, fingen sie klein an: Zehn Jahre lang haben sie ihre Ziegen von Hand gemolken. Die Herde von anfangs 20 Ziegen ist in dieser Zeit auf 80 Ziegen angewachsen. Dann errichteten die beiden 5 km von der Käserei entfernt einen Stall. Anschließend investierten sie in einen Melkstand mit 12 Standplätzen und drei Melkeimer und bauten um 100.000 Euro ein weiteres Gebäude. Das erste Gebäude wurde dann zu einem Stall für die Jungziegen und die Schweine umgebaut. Erst seit Mitte Juli des letzten Jahres gibt es einen neuen Melkstand um 45.000 Euro mit zwölf Plätzen auf zwei Plattformen. Da es im Stall keinen Strom gibt, investierten sie zusätzlich in einen Generator für 10.000 Euro mit der Idee, diesen mit Solarpaneelen zu ergänzen. Weil das Paar keinen Bankkredit erhielt, mussten die beiden bei jeder Investition auf Kredite von Familie oder Freunden zurückgreifen.

Viel Bürokratie

Heute verfügt der Hof über etwa 100 Milchziegen, zehn Schweine, die hauptsächlich mit Molke aus der Käserei gefüttert werden, etwa zehn Kühe, etwa 15 Hühner und einen Gemüsegarten. Nebenbei wird auch noch Olivenöl produziert. Eine Ölpresse steht allen Produzenten im Dorf zur Verfügung. Die Olivenernte beginnt im Oktober und dauert bis Anfang Dezember. Man benötigt 10 kg Oliven für 1 l Öl. Nikica und Katica vermieten auch Ferienhäuser mit Angelmöglichkeit. Um die ganze Arbeitsbelastung, vor allem im Sommer, zu bewältigen, helfen dem Paar ihre älteste Tochter Petra, eine Angestellte in der Käserei sowie Josep und Marco, ihre beiden Söhne. Darüber hinaus ist ein Mitarbeiter angestellt, der einen Teil der Stallarbeit übernimmt. Optimal wäre laut Katica, ein Paar zu finden, das sich um die Verwaltung, die Instandhaltung der Ferienhäuser und einen Teil der Stallarbeit, insbesondere das Melken, kümmert. Tochter Petra wuchs unter Ziegen auf und konnte bereits im Alter von acht Jahren etwa zehn Ziegen von Hand melken. Daher war es nahliegend, dass sie sich nach ihrem Studium der Milchziegenhaltung widmete. Derzeit kümmert sie sich hauptsächlich um die Käserei und den administrativen Teil. Auch in Kroatien ist die Bürokratie für Bauern viel Arbeit und die Gesetze können sich jedes Jahr ändern. Die Büroarbeit nimmt etwa einen Tag pro Woche in Anspruch.

Kein Futteranbau möglich

Auf dem Bauernhof Žampera werden alle Kitze von der Mutter großgezogen. 20 weibliche Kitze werden als Nachzucht behalten, die restlichen Kitze (150 in diesem Jahr) werden mit etwa drei Monaten geschlachtet. Dann sind sie 8—10 kg schwer und ihr Fleisch wird für 18 Euro pro Kilo vermarktet. Die Reproduktion erfolgt natürlich und beginnt im September. Ein interessanter Punkt ist, dass die Ziegen einzeln dem Bock vorgeführt werden, wenn sie brünstig sind. Dieses Jahr belegten fünf Ziegenböcke 80 Ziegen und 20 Jungziegen. Um die Genetik aufzufrischen, wurden immer wieder Ziegen vom Festland zugekauft. Da diese Ziegen per Schiff geliefert werden mussten, waren die Kosten dafür oft sehr hoch. Daher wurde in den letzten Jahren auf künstliche Besamung zurückgegriffen (20 in diesem Jahr). Die Laktation beginnt im April und endet Anfang Dezember. Von April bis Oktober werden die Ziegen morgens und abends gemolken, anschließend bis zum Trockenstellen nur mehr einmal pro Tag. Bei dieser Gelegenheit werden sie auch gefüttert. Da sie keine vollwertigen Bio-Futterpellets erwerben konnten, stellen Katica und Nikica ihre eigene Mischung aus Weizenkleie (4/12), Mais (4/12), Gerste (1/12) und Sojapulver (1/12) her. Das gesamte Futter (einschließlich Heu) wird in Bioqualität gekauft und auf die Insel geliefert. Der Boden auf der Insel ist steinig und somit ist dort kein Ackerbau möglich.

Viele Fotos und weitere Infos über den Hof Žampera, dessen Produktpalette und Preise und Céciles Gedanken lesen Sie in der neuen Ausgabe von Schafe & Ziegen aktuell! Hier gratis Probeheft oder Abo bestellen!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00