Schafe und ZiegenZiegeZiegenmilch wirtschaftlich produzieren

Ziegenmilch wirtschaftlich produzieren

Christina Hebesberger ist Beraterin für Schaf- und Ziegenhaltung an der Landwirtschaftskammer Oberösterreich und betreut den Arbeitskreis für Ziegenmilch.
Quelle: Agrarfoto.com

Christina Hebesberger begann ihren Vortrag mit einigen wichtigen Fragen, die sich jeder Ziegenmilchbetrieb stellen sollte: „Was sind die Herausforderungen auf einem Ziegenmilchbetrieb? Wer kennt seine Erlöse und Kosten? Wer weiß, wie viel von der Produktion übrig bleibt? Wer macht zumindest eine Einnahmen/Ausgaben-Rechnung?“

Bei den Herausforderungen ist zu unterscheiden zwischen jenen, die der Betriebsleiter beeinflussen kann, und jenen, die er nicht beeinflussen kann. Faktoren, die man beeinflussen kann, wären etwa die Milchmenge pro Tier, die saisonale Laktation und die Futter- und Investitionskosten. Das Wetter, den Milchmarkt und damit den Milchpreis kann der einzelne Lieferbetrieb zum Beispiel nicht beeinflussen.

Man muss also an den Stellschrauben drehen, die man am Betrieb selber in der Hand hat! Die Kernaufgabe des Arbeitskreises ist es, die Landwirte zu vernetzen und miteinander zu diskutieren. Nur wer seine Schwächen kennt, kann besser werden. Mehr zum Thema Ziegenmilchpreis

Turbulente Jahre in der Ziegenmilchproduktion

Den aktuellen Zahlen des Arbeitskreises für Ziegenmilch muss vorausgeschickt werden: Bei den Arbeitskreisbetrieben handelt es sich vielfach um größere, leistungsstarke Betriebe. Sie stellen daher keine repräsentative Auswahl dar. Die Übertragung der Ergebnisse auf die Gesamtheit aller österreichischen Betriebe ist daher nicht zulässig.

Die Daten aus dem Jahr 2025 sind gerade noch in Auswertung, darum werden hier die Daten aus dem Jahr 2024 verwendet. Die letzten Jahre waren in der Ziegenmilchproduktion turbulent und nicht einfach. Die drei größten Kostenfaktoren bei den Arbeitskreisbetrieben waren im Jahr 2024 das Kraftfutter mit 93 Euro pro Ziege, der Milchtransport mit 61 Euro pro Ziege und das Grundfutter mit 49 Euro pro Ziege.

Der Kraftfutterverbrauch kann durch Betriebsmanagement optimiert werden. Auf die Milchtransportkosten hat man als Landwirt keinen Einfluss und beim Grundfutter ist meist das Wetter der entscheidende Faktor. Die Kraftfutterkosten bei den Arbeitskreisbetrieben beliefen sich 2024 im Schnitt auf 93 Euro pro Ziege und Jahr.

Das bedeutet 0,13–0,19 Euro pro Kilo Milch und somit 34 % der Gesamtkosten. Das stärkere Viertel der Betriebe benötigt also für die Produktion von einem Liter Milch 13 Cent Kraftfutter pro Kilo und das schwächere Viertel 19 Cent. Daraus lässt sich schließen, dass die Grundfutterqualität einen hohen Beitrag zum Betriebserfolg leisten kann.

Zum Vergleich: Die Grundfutterkosten beliefen sich bei den Arbeitskreisbetrieben auf 47–55 Euro pro Ziege und Jahr, was 0,07–0,09 Euro pro Kilo Milch und 18 % der Direktkosten bedeutet. Mehr zum effizienten Kraftfuttereinsatz

Warum Kraftfutter- und Transportkosten steigen

Die stark gestiegenen Kraftfutterkosten sind eine Folge der aufgrund der COVID-19-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine ebenfalls stark gestiegenen Preise für Energie (Diesel, Strom) und Dünger. Die sehr hohen Milchtransportkosten entstehen dadurch, dass es wenige Molkereien gibt, die Ziegenmilch verarbeiten und dadurch lange Transportwege entstehen. Auch hier kommen die gestiegenen Treibstoffkosten zum Tragen.

Im Durchschnitt zahlt ein Arbeitskreisbetrieb 0,08 Euro pro Kilo Milch für den Transport, was mit 22 % der Direktkosten der zweitgrößte Kostenfaktor ist. Weitere Direktkosten entstehen durch Mineralfutter und Viehsalz, Tiergesundheit, Deck- und Besamungskosten, Milchleistungskontrolle, Einstreu, Ohrmarken, Mitgliedsbeiträge, Stallbedarf, Milchhygiene und Reinigung.

 

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Webinar INFO

In der nächsten Ausgabe gibt es einen Artikel zu Andreas Tanzers tollem Ziegenmilchbetrieb. Hier können Sie das Webinar nachschauen.

Was dieser Artikel noch bereit hält:

  • Herausforderungen am Ziegenmilchbetrieb
  • Kostenstruktur in der Ziegenmilchproduktion
  • Warum Kraftfutter- und Transportkosten steigen
  • Grundfutterqualität verbessern und Kosten senken

 

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