Der Anbau von Körnererbsen ist in den vergangenen 25 Jahren von 20.000 ha auf nur mehr rund 6.000 ha Anbaufläche gesunken. Die Gründe für den Rückgang liegen auf der Hand: Trockenstress, Schädlinge und Krankheiten haben in den vergangenen Jahren anhaltend hohe Ertragsverluste bei der Körnererbse verursacht. Wirksame Pflanzenschutzmittel und Saatgutbeizen wurden verboten oder haben ihre Zulassung verloren.
Nanoviren als Herausforderung
Die aktuell größte Herausforderung im Erbsenanbau stellen Nanoviren dar. Sie werden rein von Blattläusen übertragen und können bei Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen oder Linsen zum Totalausfall der Ernte führen. Das nekrotische Erbsengelbverzwergungsvirus (PNYDV) führte bereits in den Jahren 2016 und 2018 zu enormen Ertragseinbußen. Auch in diesem Jahr wurde die Entwicklung der Erbsenblattlaus durch die feuchtwarme Frühjahrswitterung stark begünstigt. Bereits Ende April konnten erste Nanovirusinfektionen in den Erbsen-Beständen nachgewiesen werden. „Da das Virus weder mechanisch noch über das Saatgut übertragen wird, sondern nur über Blattläuse, ist die einzige Abhilfemöglichkeit indirekt und besteht in der vorbeugenden Bekämpfung dieser saugenden Insekten. Ist der Schädlingsdruck bereits sehr hoch und wurden Viren nachgewiesen, dann bleibt der punktgenaue Einsatz selektiver Insektizide als einzige Maßnahme, um die Blattläuse in ihrer Entwicklung zu bremsen und die Pflanzen zu schützen“, erklärt Andreas Pfaller, Pflanzenbauexperte der LK Österreich. Blühstreifen am Feldrand fördern zudem die natürlichen Gegenspieler der Blattläuse, wie beispielsweise Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen. Die Larven der Florfliegen können beispielsweise an einem Tag bis zu 500 Blattläuse fressen. Sie allein können aber einen Schaden nicht verhindern.
Keine resistenten Sorten verfügbar
Auch im Bereich Pflanzenzüchtung gibt es noch Potenzial nach oben. „Bisher stehen noch keine gegen Nanoviren resistenten Erbsensorten zur Verfügung. Diese zu züchten, ist aufwendig und dauert Jahre. Der Auftrag für Forschung und Züchtung besteht aber dennoch ganz klar darin, virusresistente Erbsensorten zu entwickeln“, erklärt Sabine Grausgruber-Gröger, AGES-Fachexpertin für pflanzenpathogene Viren.

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