Ja, es gibt viele Probleme und Herausforderungen auf dieser Welt: menschengemachte und natürliche, vermeidbare und unvermeidbare; welche, die einen persönlich treffen; andere, die ganz weit weg sind. Aber die gab es schon immer – mal mehr, mal weniger.
Auch früher haben viele Menschen sich bestimmt ‚die gute alte Zeit‘ zurückgewünscht. Geholfen hat dieses sehnsüchtige Schwelgen in der Vergangenheit leider nie. Am Ende war es immer der Blick nach vorne, das ‚Lasst-uns-das-Beste-daraus-Machen‘, was die Menschheit weitergebracht hat. Dass dabei Althergebrachtes, Liebgewonnenes auf der Strecke bleibt, ist nicht schön, aber eben oft auch unumgänglich.
Der Blick in die Vergangenheit ist ohnehin persönlich verzerrt. Man trauert in aller Regel nämlich nur dem nach, was einem angenehm war. Unliebsame Dinge vergisst man dagegen oder verdrängt sie.
Leider verfangen sich Gesellschaft und Politik derzeit zunehmend in dieser retrospektiven Denke – weil diese eben ein samtiges Wohlgefühl schafft. Statt die aktuellen Probleme mit offenen Augen anzuerkennen und Lösungen zu suchen, ist es einfacher, sich in die Zeit der scheinbar perfekten Kindheit zurückzuwünschen. Das ist verständlich, bringt uns aber keinen Schritt weiter.
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