AgrarpolitikEU präsentiert Vorschlag zum künftigen Schutzstatus Wolf

EU präsentiert Vorschlag zum künftigen Schutzstatus Wolf

Der Wolf ist nun in sechs deutschen Bundesländern im Jagdrecht.
Quelle: Rolfes/DJV

Nun ist es so weit. In der Berner Konvention rutschte der Wolf am 7. März offiziell in den Schutzstatus “geschützt”. Noch am selben Abend hat die EU-Kommission ihren Änderungsvorschlag zur Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) vorgelegt – ein früherer Start der EU-Anpassung war rechtlich nicht möglich.

Demnach soll der Wolf künftig in Annex 5 “geschützte Art” der FFH-Richtlinie geführt werden. Damit könnten die EU-27-Mitgliedstaaten lokale Wolfspopulationen flexibler regulieren. Die Maßnahmen dürften dann auch regional angepasst werden. Voraussetzung für eine Bejagung ist aber weiterhin: Der Wolfbestand muss sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden. Diesen haben Deutschland und Österreich bislang noch nicht gemeldet. Zudem können die nationalen Regierungen ein höheres Schutzniveau beibehalten.

Die Brüsseler Behörde sagt aber auch: Investitionen in Maßnahmen zur Schadensverhütung bei Weidetieren seien weiterhin unerlässlich. Die EU werde Mitgliedstaaten und Interessenvertretern „weiterhin mit finanziellen Mitteln und anderweitiger Unterstützung zur Seite stehen“.

Lob aus der Jägerschaft

Die Europäische Föderation der Verbände für Jagd und Naturschutz (FACE) begrüßt den Vorschlag. Präsident Laurens Hoedemaker erhoff sich darin einen “flexibleren und pragmatischeren Ansatz für das Wolfsmanagement in Europa“. Die Mitgliedstaaten könnten damit gezielter auf regionale Herausforderungen reagieren. Hoedemaker fordert jedoch, dass bürokratische und rechtliche Hürden auf lokaler und regionaler Ebene abgebaut werden.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) erwartet, dass die künftige Bundesregierung die Kommissionspläne unterstützt und die rechtlichen Grundlagen für ein effektives Bestandsmanagement schafft. Mit der Einbindung des Wolfes in das Jagdrecht hätten bereits Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Hessen und Mecklenburg-Vorpommern die Voraussetzungen geschaffen. Damit könne nach den Brüsseler Beschlüssen direkt in eine regional abgestimmte Wolfsregulierung starten. Denn, so der DJV, die größte Gefahr für den Wolf sei ein Verlust der Akzeptanz durch einen veralteten Schutz.

Der WWF Deutschland sieht in der Entscheidung dagegen einen „gefährlichen Präzedenzfall“. Programmleiterin Sybille Klenzendorf kritisiert: „Artenschutz wird damit zum politischen Spielball und droht in den Strudel populistischer Strömungen zu geraten.“

mit Material der AgE

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