AckerbauBodenExtremwetterfolgen von 20 Milliarden Dollar in den USA

Extremwetterfolgen von 20 Milliarden Dollar in den USA

Quelle: Böck

Farmer und Rancher in den Vereinigten Staaten haben im vergangenen Jahr aufgrund extremer Wetterereignisse Erntegut und Weideland im Gesamtwert von mindesten 20,3 Mrd. $ (18,9 Mrd. Euro) verloren. Das geht aus einem neuen Bericht der American Farm Bureau Federation (ABFB) hervor, in dem die Hurrikansaison 2024 als eine der zerstörerischsten in der Geschichte der USA bezeichnet und eine lange Liste weiterer klimabedingter Folgen aufgeführt wird.

Im Einzelnen schätzt die AFBF die 2024 durch Wetterextreme verursachten Schäden bei Mais auf 3,85 Mrd. $ (3,6 Mrd. Euro), bei Futterkulturen auf 3,76 Mrd. $ (3,5 Mrd. Euro), bei Sojabohnen auf 3,24 Mrd. $ (3,0 Mrd. Euro) und bei Baumwolle auf 2,58 Mrd. $ (2,4 Mrd. Euro). Die Weizenanbauer erlitten Einbußen von 1,6 Mrd. $ (1,5 Mrd. Euro), die Obst- und Nusserzeuger von 2,1 Mrd. $ (1,95 Mrd. Euro). Für andere Kulturen, wozu unter anderem Sorghum, Reis, Raps und Gemüse gehören, beziffert der Verband die wetterbedingten Ernteausfälle auf rund 3,2 Mrd. $ (3,0 Mrd. Euro).

Die Landwirtschaft im US-Bundesstaat Texas verzeichnete 2024 dem Bericht zufolge das dritte Jahr in Folge die höchsten Verluste. Dürre, übermäßige Hitze und starke Winde vernichteten dort allein Ernten an Baumwolle und Weizen im Gesamtwert von gut 3,4 Mrd. $ (3,2 Mrd. Euro) und beschädigten Weideland. Durch Überschwemmungen gingen im Bundesstaat Minnesota unter anderem Mais, Sojabohnen und andere Kulturen für etwa 1,45 Mrd. $ (1,35 Mrd. Euro) verloren. Kalifornien hatte fast die gleichen Wetterprobleme zu bewältigen wie der Süden, was den dortigen Agrarsektor 1,4 Mrd. $ (1,30 Mrd. Euro) kostete.

Hinzu kam, wie das AFBF berichtet, der Doppelschlag der Hurrikane Helene und Milton, die über den Südosten der USA hinwegfegten. Die Agrarbranche im Bundesstaat Georgia erlitt durch Helene Ernteausfälle von 459 Mio. $ (427 Mio. Euro). Betroffen waren vor allem Erd- und Pekannüsse sowie Baumwolle. Derselbe Sturm zerstörte in North Carolina Tabak, Blaubeeren und Äpfel im Wert von geschätzten 174 Mio. $ (162 Mio. Euro). Floridas Agrarindustrie verlor durch die beiden Wirbelstürme fast doppelt so viel. Besonders betroffen war dort die ohnehin angeschlagene Zitrusfruchtproduktion.

Frage nach dem Preisschild

Angesichts der wetterbedingten Schäden sowie der zudem stark gestiegenen Produktionskosten bewilligte der US-Kongress im Dezember ein Hilfspaket für die Landwirtschaft über insgesamt 31 Mrd. $ (28,8 Mrd. Euro). Davon werden 10 Mrd. $ (9,3 Mrd. Euro) in Form direkter Flächenbeihilfen ausgezahlt. Dieses Geld geht hauptsächlich an Farmer, die die gängigen Kulturen wie Mais, Sojabohnen, Weizen und Baumwolle anbauen.

Noch unklar ist dagegen, wie die verbleibenden 21 Mrd. $ (19,5 Mrd. Euro) verteilt werden. Diese Mittel wurden für landwirtschaftliche Betriebe bereitgestellt, die in den beiden vergangenen Jahren von wetterbedingten Katastrophen betroffen waren. US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins hat sich dazu noch nicht näher geäußert, versprach lediglich eine rasche Verteilung auch dieser Mittel. Im Unterschied zu den 10 Mrd. $ (9,3 Mrd. Euro) hat der Kongress für dieses Geld kein Zeitlimit beschlossen.

Die stellvertretende Staatssekretärin im USDA, Brooke Appleton, teilte vor wenigen Tagen mit, dass nähere Informationen über das Hilfsprogramm zu wetterbedingten Schäden „in Kürze“ folgen würden. In den Jahren 2022 und 2024 zahlte das Ministerium insgesamt bereits mehr als 16 Mrd. $ (14,9 Mrd. Euro) zum Ausgleich von Ernteverlusten durch extreme Wetterereignisse. Kritiker der Anti-Klimaschutzpolitik der amtierenden US-Regierung fragen denn auch: Wie hoch muss der Preis sein, bevor der Klimawandel als real und als öffentliche Bedrohung, als Bedrohung für die Zukunft, verstanden wird?

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