
Moderne Technologien sind längst fester Bestandteil der Landwirtschaft. Sie verbessern Effizienz, sparen Ressourcen und helfen, den Klimawandel zu bewältigen. Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, betonte bei der Preisverleihung in Wieselburg, dass die prämierten Projekte zeigen, wie Innovation und Landwirtschaft erfolgreich zusammengehen können. Ziel sei es, den Agrarsektor zukunftssicher zu machen und die Lebensmittelversorgung langfristig zu sichern. Die Hagelversicherung setze selbst seit Jahren auf digitale Lösungen – etwa bei der Schadenerhebung mittels Satellitendaten. Mit dem Förderpreis wolle man junge Talente motivieren, ihre Ideen weiterzuentwickeln und auch für die Versicherungswirtschaft nutzbar zu machen.
Starke Verbindung zwischen Bildung und Praxis
LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf betonte die Bedeutung Niederösterreichs als führender Agrar- und Wissenschaftsstandort. Die Etablierung des Studiengangs „Agrartechnologie & Digital Farming“ an der FH Wieselburg habe für ihn hohe Priorität gehabt. Er zeigte sich erfreut, dass hier neue Lösungen für die Landwirtschaft entwickelt und auch in der Praxis umgesetzt werden. Förderpreise wie jener der Hagelversicherung würden dazu beitragen, Niederösterreich als zukunftsfähiges Agrarland und innovativen Wissenschaftsstandort zu positionieren.
Ausbildung am Puls der Zeit
Dr. Markus Gansberger, Leiter des Studiengangs an der FH, unterstrich die praxisnahe Ausrichtung des Programms. Die Kombination aus Agrarwissenschaft, Informatik, KI, Mechatronik und Robotik eröffne den Studierenden vielfältige Karrierewege und unternehmerische Chancen. Auszeichnungen wie der Förderpreis zeigten, wie relevant diese Kompetenzen für die betriebliche Praxis seien.
Die prämierten Projekte im Überblick
Fabian Butzenlechner
Er analysierte die Auswirkungen standortspezifischer Unterschiede innerhalb von Feldern auf Biomasse und Ertrag. Grundlage waren Daten aus dem Sentinel-2-Satellitenprogramm von 2020 bis 2022. Sein Fazit: Durch teilflächenspezifische Aussaatkarten für Körnermais konnte der Ertrag deutlich gesteigert werden. Besonders entscheidend waren die Niederschlagsmengen während der Blütezeit. Butzenlechner, selbst Junglandwirt, erklärte, er wolle mit seiner Arbeit praxistaugliche Methoden für eine klimawandelangepasste Bewirtschaftung entwickeln. In Kombination mit betrieblicher Risikovorsorge – etwa über die Hagelversicherung – könnten Landwirte besser auf Wetterrisiken reagieren.
Jakob Silber
Er untersuchte photoelektronische Körnerzählsysteme bei pneumatischen Sämaschinen. Sein Ziel war es, die Saatgutdosierung zu optimieren. Silber analysierte verschiedene Sensortypen hinsichtlich ihrer Genauigkeit bei der Erfassung einzelner Körner im Luftstrom. Ergebnis: Die Wahl des Sensors und dessen Position haben großen Einfluss auf die Messqualität. Diese Technologie kann laut Silber helfen, Fehlstellen zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und den Automatisierungsgrad in der Landwirtschaft zu erhöhen.
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