RindBiosicherheitMaul- und Klauenseuche: Biosicherheit kann schützen

Maul- und Klauenseuche: Biosicherheit kann schützen

Die Symptome von Maul- und Klauenseuche sind häufig kaum von anderen Krankheiten zu unterscheiden, unter anderem der aktuellen Form der Blauzunge.
Quelle: Gonano

In einem Interview zum Thema Tierseuchen im LANDWIRT 4/2025 äußerte sich Tierarzt Josef Selmair folgendermaßen: „Zum Glück war der Maul- und Klauenseuche-Ausbruch in Brandenburg auf
keinem hochfrequentierten Betrieb wie einem Milchviehbetrieb.“
Nun ist der Fall eingetreten, dass auf einem ungarischen Milchviehbetrieb Maul- und Klauenseuche (MKS) in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Grenze ausgebrochen ist und es auch Fälle in der Slowakei gibt. Die Fälle in der Slowakei sind nur zehn Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Das österreichische Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz führte folgende Einfuhrverbote aus dem Ausland ein, um das Einschleppen vom MKS-Virus nach Österreich zu verhindern:

  • Lebende Tiere empfänglicher Arten (z. B. Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen)
  • Frisches Fleisch und Rohmilch
  • Gülle und Mist
  • Jagdtrophäen, Wildfleisch sowie Wild in der Decke

Bereits Anfang 2025 trat MKS erstmals wieder in Deutschland auf, in einer Wasserbüffelhaltung. Die Ausbrüche sind die ersten in der EU seit 2011. Wie der Erreger (Serotyp O) in unsere Nachbarländer gekommen ist, ist bis dato unklar. Weitere Untersuchungen sind im Gange.
Für Tierarzt Selmair ist klar: Dass sich so leicht übertragbare Krankheiten verbreiten, ist logische Konsequenz eines uneingeschränkten Warentransportes.

Was ist Maul- und Klauenseuche eigentlich?

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft Klauentiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Auch Wildwiederkäuer und Kamelartige wie Lamas und Alpakas können erkranken. Das Virus verbreitet sich meist durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Atemluft, Ausscheidungen und Sekrete übertragen die Krankheit. Genesene Rinder können das Virus über lange Zeit ausscheiden. Indirekt verbreitet sich MKS über kontaminierte Menschen und Gegenstände wie Kleidung, Stiefel, Fahrzeuge oder Einstreu. Auch Fleisch und Rohmilchprodukte können das Virus weitertragen. Für Personen ist MKS ungefährlich.
MKS ist eine gelistete Seuche bei der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH). In Asien, Südamerika, dem Mittleren Osten und der Türkei tritt die Krankheit regelmäßig auf. Ein permanentes Risiko des Eintrags des MKS-Erregers über den Tierverkehr oder über illegal eingeführte tierische Produkte in seuchenfreie Regionen Europas ist gegeben.

Das erfahren Sie noch in diesem Artikel:

  • Rechtliche Vorgaben
  • Das ist bei einem Verdachtsfall zu tun
  • Welche Biosicherheitsmaßnahmen sind wirksam?

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