RindMilchviehNeuanfang nach einem Stallbrand

Neuanfang nach einem Stallbrand

Ans Aufgeben haben Pauline Schöch-Schrattenecker und Mathias Schöch nie gedacht. Gemeinsam mit Sohn Richard blicken sie weiter positiv in die Zukunft.
Quelle: Moser

Dass Pauline Schöch-Schrattenecker den elterlichen Milchviehbetrieb einmal übernehmen würde, hatte sie schon immer im Gefühl. „Eigentlich wäre mein Bruder als Hofübernehmer vorgesehen gewesen. Er hat aber seine Leidenschaft im Fußball gefunden und dies zu seinem Beruf gemacht. Mir war das ganz recht“, schmunzelt die 28-Jährige, die soeben das Tor zu jenem Stall öffnet, den sie gemeinsam mit ihrem Partner Mathias Schöch und ihrer Familie bewirtschaftet. 40 Kühe und deren weibliche Nachzucht blicken sie erwartungsvoll an, als sie zielstrebig den Futtertisch entlanggeht, um Lieblingskuh Aschenputtel – einer 14 Jahre alten Wurl-Tochter – einen Besuch abzustatten. „Sie ist das Aushängeschild unseres Betriebes. Mittlerweile haben wir vier lebende Generationen aus dieser Familie am Hof“, erzählt Pauline stolz. Zu Recht, denn die älteste Kuh im Stall weist eine Lebensleistung von über 150.000 l Milch auf. Eine Tochter von Aschenputtel hat ebenfalls bereits die 100.000-l-Marke geknackt. Neben Aschenputtels Tochter leben aktuell noch zwei weitere Kühe am Hof der Schratteneckers mit einer Lebensleistung von über 100.000 l Milch. „Wir setzen hauptsächlich Braunviehvererber aus der Schweiz ein. Viele Berufskollegen warnen uns davor. Denn in der Braunviehzucht herrscht die Befürchtung, dass diese Vererber zu wenig Milch vererben. Wenn man bei der Anpaarung auf die Mutterleistung aufpasst, sehe ich keine Probleme“, schmunzelt Pauline, die am Hof die Entscheidungen im Bereich Rinderzucht trifft.

Minuten entscheiden

Kuh Aschenputtel hat auch jenen Tag am Hof live miterlebt, der für immer in den Köpfen der Familie bleiben wird: den Stallbrand am 9. Juli 2017. „Es war eine Samstagnacht. Ich habe meine Mutter um etwa 2:45 Uhr nachts angerufen und gefragt, ob sie uns vom Ausgehen abholen kann. Als sie vor die Haustüre ging, bemerkte sie, dass der Stall brennt. Meine Eltern und mein Bruder begannnen sofort mit der Tierrettung. 15 Minuten zuvor fuhren Polizisten am Weg zu ihrer üblichen Partouillenfahrt an Festwochenenden am Hof vorbei – und haben nichts bemerkt, wie wir im Nachhinein erfuhren“, beschreibt Pauline den Schockmoment. Die Kühe im Anbindestall schafften es alle aus dem brennenden Gebäude, für die Kalbinnen im hinteren Stallteil schien jede Hilfe zu spät,

Das erwartet Sie noch in dieser Reportage:

  • Herausforderungen mit der Versicherung
  • Wiederaufbau
  • Stallplanung in Rekordzeit

 

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