AW: Erfahrungen m Kompoststall und Melkroboter

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Matthias Lins Teilnehmer

Hallo Reinhard,

wir melken rund 40 Holsteins mit einem Delaval VMS auf 400 m2 Kompost. Roboter entlastet spürbar; wichtiger als die Farbe ist der Service; wenn du mit dem Servicemann gut kannst und er versteht was dir wichtig ist, läuft die Maschine. Ansonsten würde ich die bekannten Vor- und Nachteile eines Roboters unterschreiben. Zum Kompost: viele Landwirte-Kollegen die unseren Stall ansehen meinen: für die Kuh sicher gut, aber… und ich antworte: hier endet der Satz für mich, weil der Stall für die Kuh da ist.

Vorteile Kompost:

– Liegequalität, v.a hochträchtige liegen wie tod

– Spürbare Klauenentlastung weil sie nicht nur weich liegen, sondern auch weich laufen auf Kompost. Wenn Probleme wie z.B. Sohlengeschwüre dann durch eigene Schuld – mangelnde Klauenpflege

– Eutergesundheit gut

– Arbeitsaufwand für grubbern, fräsen gering; einstreuen ist etwas nerviger

– Stall ausräumen “misten” wirklich geruchlos und sehr einfach mit großvolumiger Schaufel

 

Nachteile Kompost:

– viel Materialumschlag; muss man sich bewusst sein (Einstreu)

– eine einzelne Kuh aus der Liegefläche holen kann etwas mühsam sein – die nützen die 400 m2 als Rodeofläche; ich arbeite deshalb mehr mit der Selektion nach dem Roboter statt Kühen nachlaufen.

– Einstreukosten und mitunter Verfügbarkeit

– sehr, sehr langsam wirkender Wirtschaftsdünger; wir streuen 6 Monate alten Kompost direkt aufs Grünland; Düngewirkung erst über Jahre wirklich spürbar. Kompost ist NICHT sauer – habe ich untersucht pH 10,2 bei ausschließlich Holzeinstreu

 

Beim Planen würde ich auf einige Details achten: Roboter – will ich eine Selektion nach dem Melken (besamen, Klauenschneiden, Euterkontrolle etc.); möchte ich von der Abkalbebox direkt in den Roboter können oder nur nach dem Melken?

Kompost: Zwischenlager von Einstreu; wie streue ich ein; fahre ich mit dem “Frästraktor” oder Hoftrac immer über Hofplatz (Verschmutzung) oder kann ich den Dreck auf den Rädern sonst wo los werden, etc.?

Am wichtigsten beim Planen bist du und nicht der Planer. Du musst wissen wie du im STall arbeiten willst und dann kannst du die Abläufe, Wege festlegen; das kann dir keiner abnehmen. Z. b. wie will ich Klauen schneiden: Kuh + Strickhalfter oder Treibgang mit Stand am Ende …..; so würde ich alle Routinetätigkeiten durchgehen; dann brauchst du nur noch jemand der dir den Beton rundherum plant und berechnet – vereinfacht gesagt.

 

lg Matthias