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Erfahrungen m Kompoststall und Melkroboter

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  • #112166
    Reinhard Karner Teilnehmer

    Liebe Forumsmitglieder,

    ich bin dabei mir zu überlegen, einen Kompoststall mit Melkroboter für 35 Kühe zu errichten. Dazu habe ich noch einige Fragen um deren Beantwortung ich euch bitte:

    • Wie sind eure Erfahrungen mit Kompostställen?
    • Wen habt ihr als Planer beauftragt?
    • Wie zufrieden seid ihr mit dem Planer gewesen?
    • Wie hat sich der Melkroboter bewährt?
    • Welches Fabrikat verwendet ihr?

    Ich weiß, es sind einige Fragen, dennoch bitte ich die Praktiker, euer Wissen zu teilen. Vielen Dank.

    RKj

    #112176
    Matthias Lins Teilnehmer

    Hallo Reinhard,

    wir melken rund 40 Holsteins mit einem Delaval VMS auf 400 m2 Kompost. Roboter entlastet spürbar; wichtiger als die Farbe ist der Service; wenn du mit dem Servicemann gut kannst und er versteht was dir wichtig ist, läuft die Maschine. Ansonsten würde ich die bekannten Vor- und Nachteile eines Roboters unterschreiben. Zum Kompost: viele Landwirte-Kollegen die unseren Stall ansehen meinen: für die Kuh sicher gut, aber… und ich antworte: hier endet der Satz für mich, weil der Stall für die Kuh da ist.

    Vorteile Kompost:

    – Liegequalität, v.a hochträchtige liegen wie tod

    – Spürbare Klauenentlastung weil sie nicht nur weich liegen, sondern auch weich laufen auf Kompost. Wenn Probleme wie z.B. Sohlengeschwüre dann durch eigene Schuld – mangelnde Klauenpflege

    – Eutergesundheit gut

    – Arbeitsaufwand für grubbern, fräsen gering; einstreuen ist etwas nerviger

    – Stall ausräumen “misten” wirklich geruchlos und sehr einfach mit großvolumiger Schaufel

     

    Nachteile Kompost:

    – viel Materialumschlag; muss man sich bewusst sein (Einstreu)

    – eine einzelne Kuh aus der Liegefläche holen kann etwas mühsam sein – die nützen die 400 m2 als Rodeofläche; ich arbeite deshalb mehr mit der Selektion nach dem Roboter statt Kühen nachlaufen.

    – Einstreukosten und mitunter Verfügbarkeit

    – sehr, sehr langsam wirkender Wirtschaftsdünger; wir streuen 6 Monate alten Kompost direkt aufs Grünland; Düngewirkung erst über Jahre wirklich spürbar. Kompost ist NICHT sauer – habe ich untersucht pH 10,2 bei ausschließlich Holzeinstreu

     

    Beim Planen würde ich auf einige Details achten: Roboter – will ich eine Selektion nach dem Melken (besamen, Klauenschneiden, Euterkontrolle etc.); möchte ich von der Abkalbebox direkt in den Roboter können oder nur nach dem Melken?

    Kompost: Zwischenlager von Einstreu; wie streue ich ein; fahre ich mit dem “Frästraktor” oder Hoftrac immer über Hofplatz (Verschmutzung) oder kann ich den Dreck auf den Rädern sonst wo los werden, etc.?

    Am wichtigsten beim Planen bist du und nicht der Planer. Du musst wissen wie du im STall arbeiten willst und dann kannst du die Abläufe, Wege festlegen; das kann dir keiner abnehmen. Z. b. wie will ich Klauen schneiden: Kuh + Strickhalfter oder Treibgang mit Stand am Ende …..; so würde ich alle Routinetätigkeiten durchgehen; dann brauchst du nur noch jemand der dir den Beton rundherum plant und berechnet – vereinfacht gesagt.

     

    lg Matthias

    #112253
    Reinhard Karner Teilnehmer

    Danke Matthias für deine Infos!

    #112872
    Johannes Teufel Teilnehmer

    Da Ich in absehbarer Zeit wohl die einzige Arbeitskraft am Betrieb sein werde, befasse Ich mich auch mit dem Umstieg auf AMS im bestehenden Stall mit 35 Kühen.

    Zwei Webinare haben mir diesbezüglich in letzter Zeit die Augen geöffnet und meine euphorische Stimmung deutlich getrübt. Laut deren und nachfolgend meinen Kalkulationen verschlechtern sich durch ein AMS entweder meine Arbeitsbedingungen oder mein Einkommen.

    Wirtschaftlich intressant wirds erst mit einer halben Mio Tonnen abgelieferten Milch im Jahr…..

    Möglicherweise irre Ich mich ja, lasse mich gern eines besseren belehren…..

     

    Ein Freund hat sich vor kurzem einen Tierwohlstall für 60 Milchkühe plus Kälber, ohne Jungvieh von einem renommierten Planungsbüro planen lassen. Wirklich durchdachtes Konzept wenn da nicht die veranschlagten Kosten wären:

    25000€/Kuh für Neubau

    30000€/Kuh für Umbau

    #112962
    Reinhard Karner Teilnehmer

    Danke Johannes für deinen Beitrag. Du hast mir sehr geholfen!

    LG Reini

    #113000
    Reinhard Karner Teilnehmer

    War das renommierte Stallplanungsbüro Minichshofer? Wenn nicht, bitte nenn mir den Namen. Danke!

    #113224
    Johannes Teufel Teilnehmer

    Ja. Der Entwurf ist wirklich top. Die einzelnen Bereiche sind komplett aufeinander abgestimmt. In Sachen Tierwohl und Arbeitsabläufe werden da keine Kompromisse eingegangen.

    Doch Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass sich die Kosten durch den Milchverkauf refinanzieren lassen.

    Auch wenn das AMS auf den ersten Blick viele Freiheiten bringt…. Ein solches Mega-Projekt schränkt einen in seiner unternehmerischen Handlungsfähigkeit extrem ein. Die Bank, der Futtermittelhändler, Lely etc sagen dir was Sie bekommen, die Molkerei sagt dir was du bekommst, dafür darfst du rund um dir Uhr abrufbereit sein. Wenn man sich einmal für dieses Hamsterrrad entscheidet gibts kein zurück mehr.

     

    #113271
    Reinhard Karner Teilnehmer

    Danke Johannes für die Infos und ebenso die Bedenken die du äußerst – die Gleichen drehen sich in meinem Kopf ebenso im Kreis.

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