Schafe und ZiegenStallbrand: Wohin man rennt, wenn es brennt

Stallbrand: Wohin man rennt, wenn es brennt

Quelle: Foto: Paul Yates/shutterstock.com

Was würden Sie tun, wenn bei Ihnen der Stall brennt? Wie und wann werden Sie vom Brand erfahren? Was wären Ihre ersten Reaktionen? In welcher Reihenfolge treiben Sie die Tiergruppen aus? Wohin treiben Sie sie aus? Befinden sich auf diesem Weg Hindernisse? Wie steht es um die Nachsorge der Tiere? Sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, ist bereits aktive betriebliche Katastrophenvorsorge, um den Tierbestand und die eigene berufliche Existenz abzusichern. Schriftliche Pläne für Abläufe bei einem Brand, einer Überschwemmung oder anderen Szenarien, die für den Tierbestand bedrohlich sind, sollten mit Mitarbeitenden und der Feuerwehr besprochen werden. Die Zusammenarbeit zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben und den örtlichen Feuerwehren ist sehr wichtig. Durch Ortskenntnis und Vorplanung lässt sich im Ernstfall viel Zeit sparen. Ganz wichtig: Die Feuerwehr ist nicht mit der Brandschutzdienststelle oder gar der Bauaufsicht zu verwechseln. Sie kann und will keine Auflagen erlassen und gibt auch keine Informationen weiter.

Betriebsbesichtigung mit Feuerwehr

Zögern Sie nicht, Ihren örtlichen Feuerwehrkommandanten für eine gemeinsame Begehung der Betriebsanlage anzusprechen. Zentrale Themen für eine solche Besprechung können sein: Anfahrtswege und zur Verfügung stehende Bereitstellungsräume, Lageübersicht (umliegende Gebäude, Straßen, Schienen o.Ä.), Betriebsübersicht (Wohnbereiche, Ställe, Deckenkonstruktionen, Brandlasten), Löschwasserversorgung, Hauptaustriebsrichtung aus der Stallung (dabei ist jede Tiergruppe einzeln zu betrachten) und mögliche Sammelstellen für die Tiere. Die Sammelstelle sollte provisorisch einzäunbar und beleuchtbar sein. Wiederkäuer haben eine schlechte Hell-Dunkel-Adaption. Ihre Sicht passt sich deutlich langsamer an veränderte Lichtverhältnisse an als die des Menschen. Bei einem Austrieb in der Nacht können sie mitunter die im Dunkeln gelegene Austriebsfläche gar nicht wahrnehmen. Immer wieder wird davon berichtet, dass ausgetriebene Tiere umdrehen und in den brennenden Stall zurücklaufen. Durch das Ausleuchten der Austriebsfläche, zum Beispiel mit Beleuchtungsgeräten der Feuerwehr, nehmen die Tiere die Fläche besser an und verbleiben dort auch lieber. Der Austrieb selbst funktioniert bei an Weide gewöhnten Tieren in der Regel sehr gut. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass Öffnungen ganzjährig frei gehalten und nicht zugestellt werden. Leitfäden zur Erhebung der betrieblichen Situation in Bezug auf Rettungsöffnungen, aber auch typische Brandgefahren finden sich auf der Website www.hswt.de unter dem Titel „REGROBRA“ (Rettung von Großvieh bei Brandereignissen) der HSWT.

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