AckerbauDüngung„Die Richtlinien für sachgerechte Düngung sind kein verpflichtendes Dokument.“

„Die Richtlinien für sachgerechte Düngung sind kein verpflichtendes Dokument.“

Ein Interview von Alexander BÖCK, LANDWIRT Redakteur

Nach gut zehn Jahren gibt es eine Neuauflage der Richtlinien für sachgerechte Düngung. Was hat sich geändert?

Es gibt zahlreiche kleine Änderungen. Wir haben die Erträge und den Nährstoffbedarf der Feldfrüchte dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Die Tierlisten wurden erweitert und wir gehen auch verstärkt auf das Thema Ertragsfeststellung im Grünland ein. Außerdem wurde die Differenzierung der Gehaltsklassen bei Phosphor und Kalium deutlicher dargestellt.

Haben Sie die Gehaltsklassen heruntergesetzt?

Nein, nicht direkt. Die Gehaltsklassen C und D wurden in einen oberen und einen unteren Bereich, C1 und C2, D1 und D2, unterteilt. Die Oberund Untergrenzen blieben dabei gleich.

Wieso das?

Neueste Studien haben gezeigt, dass es für eine ausreichende Versorgung der Pflanzen nicht unbedingt erforderlich ist, den höheren Gehaltsbereich anzustreben. Die Landwirte haben früher im gesamten Bereich C auf Entzug gedüngt. Jetzt empfehlen wir das nur mehr im Bereich C1. Die Klasse C2 entspricht daher bereits der früheren Gehaltsklasse D. Bei Phosphor wäre nur mehr eine Düngung in halber Höhe erforderlich.

„Die Gehaltsklassen C und D wurden in einen oberen und einen unteren Bereich unterteilt.“