AgrarpolitikEinreiseverbot: Wer erntet, wenn niemand sät?

Einreiseverbot: Wer erntet, wenn niemand sät?

Quelle: Foto:Simon Kadula/shutterstock

Fast 300.000 Saisonarbeiter unterstützen die deutsche Landwirtschaft jedes Jahr. Die meisten stammen aus osteuropäischen Ländern, vorwiegend aus Polen und Rumänien. Seit Jahren haben die Betriebe Probleme, genügend Arbeitskräfte zu bekommen. Die Corona-Pandemie hat die Situation verschärft. Zahlreiche Arbeiter, die bereits in Deutschland waren, sind zurück in ihre Heimatländer gereist. Zu groß war ihre Angst, dass die Grenzen geschlossen werden und sie nicht mehr zu ihren Familien zurückkommen.

Am 25. März trat ein, was viele befürchtet hatten. Bundesinnenminister Horst Seehofer schließt die deutschen Grenzen für Saisonarbeitskräfte aus Drittstaaten, Großbritannien und manchen EU-Staaten wie Bulgarien und Rumänien. Die polnische Grenze ist davon noch nicht betroffen. Allerdings müssen Arbeiter bei ihrer Rückkehr nach Polen für 14 Tage in Quarantäne. Das schreckt viele ab. Sie reisen erst gar nicht nach Deutschland ein.

Aktualisierung zum Einreiseverbot:

In Zeiten von Corona bringt jeder Tag etwas Neues. So auch bei uns. Einen Tag nach Druckschluss für diesen Beitrag lockerte das Bundesinnenministerium die Einreisebedingungen für Saisonarbeitskräfte. Inzwischen dürfen insgesamt 80.000 Arbeiter nach Deutschland kommen. Allerdings nur unter strengen Auflagen und nach Anmeldung. Wir bitten um Entschuldigung, dass dieser Beitrag in LANDWIRT Ausgabe 8/2020 in der Druckausgabe nicht mehr ganz aktuell ist.

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