BioBio-MilchviehWarum Kälber Spielzeug brauchen

Warum Kälber Spielzeug brauchen

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Der schwingende Futterspielball soll die Kälber zum Spielen und Fressen animieren.
Quelle: Vetta

Jungtiere haben einen großen Bewegungsdrang. Wenn Kälber Langeweile haben, neigen sie dazu, sich gegenseitig zu besaugen. Oft laufen sie auch unruhig im Stall hin und her oder knabbern Holz an. In Schweinebetrieben werden Beschäftigungsmaterialien für Tiere häufig eingesetzt. Bei Kälbern ist dies noch eine Seltenheit. Es macht jedoch Sinn, Kälber mit Spielzeug bei Laune zu halten und ihnen damit zu ermöglichen, sich zu beschäftigen und gleichzeitig Stress abzubauen. Zudem ist die Aufnahme von Heu wünschenswert. In einem Praxistest konnten wir den HeuBoy ausführlich unter die Lupe nehmen.

Befestigungsmaterial fehlt

Geliefert wird der Futterspielball ohne Anleitung. Grundsätzlich ist das nicht störend, da die Verwendung selbsterklärend ist. In kurzer Zeit kann der Ball durch eine 16 cm große Schraubverschlussöffnung befüllt werden. Leer wiegt der HeuBoy 1,7 kg, befüllt werden kann er laut Hersteller mit bis zu 3 kg Heu. Material zum Befestigen des Balles fehlt. Unsere Tester befestigten den Ball mittels Karabiner an einem Strick bzw. an einer Kette. An der Decke wurde ein Schraubring angebracht, an dem der Strick samt Ball eingehängt wurde.

Kälber nehmen Spielzeug gut an

Der HeuBoy hat einen Durchmesser von 40 cm und ist in verschiedenen Farben verfügbar. Agrarhändler bieten den Kunststoffball um etwa 40 Euro an. Unseren Testbetrieben gefiel der schwingende Spielball durchwegs gut. Ein Landwirt gab an, dass er den Ball manchmal sogar täglich neu befüllen musste, da die Tiere ständig an dem Heu zupften. Die Kälber eines anderen Betriebes fraßen hingegen nur wenig Heu aus dem Ball. Grund dafür könnte sein, dass diese Kälberbox zusätzlich mit einer Heuraufe ausgestattet ist. Die Kälber können das Heu aus der Raufe ohne große Anstrengung aufnehmen. Beim HeuBoy müssen sich die Tiere hingegen intensiv mit dem Ball beschäftigen, um an das Heu zu gelangen.

Von Vorteil ist es, wenn das Futter nicht zu fest in den Ball gestopft wird. Wird das Heu aus einer der 19 Öffnungen herausgezupft, beginnen die Kälbern meist gleich mit dem Fressen und Spielen. Ein Bauer bemerkte zudem, dass jene Kälber, die bereits entwöhnt waren, sich mehr mit dem Ball beschäftigten und mehr Heu fraßen als jene, die noch zusätzlich Milch bekamen. Beim Ausmisten oder anderen Tätigkeiten im Stall wurde der HeuBoy nicht als störend empfunden. Wird der Futterspielball mittels Karabiner befestigt, ist es einfach möglich, den Ball abzunehmen und wieder zu befüllen.

Gut gefallen hat unseren Testern, dass sich nach ihren Beobachtungen alle Tiere gleich intensiv mit dem Ball beschäftigen und er, sofern er regelmäßig befüllt wird, immer wieder aufs Neue interessant ist. Leere Bälle werden von den Kälbern meist ignoriert. Sinnvoll kann es sein, den HeuBoy mit einer Kette anzubringen, um ihn in der Höhe einfach zu verstellen. Unsere Tester resümierten, dass der HeuBoy vor allem in kleineren Ställen und unter beengteren Platzverhältnissen eine gute Möglichkeit ist, um das Tierwohl zu fördern und Stress zu mindern.

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