BioBio-SchweinAMA-Gütesiegel: Vollspalten-Aus ab 2032

AMA-Gütesiegel: Vollspalten-Aus ab 2032

Eines der Ziele der Neuausrichtung des AMA-Gütesiegels: eine Million Schweine ohne Vollspaltenböden bis Ende 2030.
Quelle: Agrarfoto

Am 20. Juli 2021 tagte das Fachgremium zur Richtliniengestaltung der AMA-Schweinefleischproduktion. Vertreter der Landwirtschaft, der Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie des Lebensmitteleinzelhandels trafen eine Richtungsentscheidung über die inhaltliche Weiterentwicklung der Richtlinie „Schweinehaltung“ im AMA-Gütesiegel. Eines der Ziele: Eine Million Schweine ohne Vollspaltenböden bis Ende 2030.

Folgende Ziele wurden vereinbart:

  1. Ab sofort: Erweiterung um ein zusätzliches, freiwilliges Modul in der Richtlinie zu „Mehr Tierwohl“ mit 100 Prozent mehr Platz im Stall. Ein Modul mit 60 Prozent mehr Platz gibt es bereits seit einigen Jahren. Bei beiden Systemen sind zusätzlich eingestreute Liegeflächen vorgeschrieben.
  2. Bis 2030 sollen insgesamt eine Million Schweine aus biologischer Haltung bzw. aus den freiwilligen AMA-Gütesiegel-Modulen „Mehr Tierwohl“ stammen und vermarktet werden.
  3. Bis Ende 2026 vollständige Einbindung aller Zuchtsauen- und Aufzuchtbetriebe in das AMA-Gütesiegel.
  4. Beitrag zur Zielerreichung der österreichischen Eiweißstrategie: Bis 2030 Reduktion der Importe von Übersee-Soja um 50 Prozent. Das bedeutet eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrades mit Eiweißfuttermitteln über alle Tierkategorien auf 90 Prozent. Damit soll ein wesentlicher Beitrag in Sachen Klimaschutz, Unterstützung der regionalen Kreislaufwirtschaft und der kleinstrukturierten Produktion als Differenzierungsmerkmal der heimischen Herstellungsweise und Qualität geschaffen werden.
  5. Sukzessive Umrüstung aller Schweinemastbetriebe im AMA-Gütesiegel auf Haltungssysteme ohne Vollspaltenböden, dh endgültiges Aus für Vollspaltenböden im AMA-Gütesiegel bis Ende 2032.

Notwendig: Abgeltung an die Landwirte

„In einem ambitionierten Stufenplan, der 2022 starten soll, werden die Zwischenschritte nun zeitlich konkretisiert und begleitende Maßnahmen für die Umsetzung definiert. Notwendig dafür ist die Unterstützung möglichst vieler Marktpartner und eine Abgeltung der Mehrleistungen an die Landwirte, um eine echte Branchenlösung zu erreichen“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing.

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