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Rubrik Agrarpolitik und Förderung

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Die Bauern brauchen ein größeres Stück vom Kuchen

LANDWIRT Chefredakteur Christoph Gruber über streikende Metaller in Österreich - und welches Werkzeug in der Drohkiste der bäuerlichen Standesvertretung liegt.

CR Christoph Gruber Quelle: Christoph Gruber

Christoph Gruber 1 Min. Lesezeit

„Am Ende des Tages muss gesagt werden: Das Kuchenstück ist zu klein. Es geht sich nicht aus.“ Mit diesen Worten kündigte die Gewerkschaft in der österreichischen Metallindustrie zuletzt Streiks an. Zuvor war die x-te Runde der Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern gescheitert. Durch Streiks wolle man „größere Kuchenstücke“ erreichen, tönte die Arbeitnehmervertretung kämpferisch. Ein Auftreten, das bei so manchem Landwirt Gefallen findet. Der lang gehegte Wunsch der Bauern lautet: dass die eigene Standesvertretung ebenfalls so kraftvoll au f den Tisch haut, höhere Erzeugerpreise durchsetzt und der Auflagen-Sekkiererei durch den Gesetzgeber ein Ende bereitet.

Nur schade, dass weder Bauernbund noch Landwirtschaftskammer die Kraft dazu haben. Mit welchem Druckmittel sollte ein honoriger Bauernpräsident etwa dem Handel wacheln? Ein Bauernstreik wäre, wie allein der Blick in den Viehstall zeigt, nicht wirklich umsetzbar. Zudem fehlt das Wort „Arbeitsniederlegung“ klarerweise im bäuerlichen Selbstverständnis (der Selbstständigkeit). Selbst Demonstrationen des Bauernbundes vor Supermärkten wirken wie Alibiaktionen. Bleibt als Kampfmaßnahme nur übrig: das Bohren harter Bretter.

Darin sind Bauernvertreter zweifellos Könner ihres Faches. Sie machen der Partei jedoch dabei regelmäßig den Diener. Aktuell beklatscht man hierzulande zum Beispiel das Agrarbudget 2024 des Bundes. Es wächst im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz. Erfreulich ist zudem, dass dadurch die nationalen Mittel für das ÖPUL und die Ausgleichszulage erstmals steigen sollen. Nach LK-Angaben im Schnitt zwischen 200 und
1.000 Euro je Betrieb. „Inflationsanpassung“ heißt das im Agrarpolit-Sprech. Oder anders ausgedrückt: ein „Klacks“ angesichts der exorbitanten Teuerung bei Dünger, Strom, Baustoff oder Maschinen. Nötig und auch gerechtfertigt ist bei den Ausgleichszahlungen letztlich eine Inflationsabgeltung, die gesetzlich verankert ist. Nur die bringt Kostenwahrheit und Rechtssicherheit.

Am Ende des Tages haben sich auch unsere Bäuerinnen und Bauern ein größeres Kuchenstück für ihre Leistungen verdient.

Kontakt zum Autor

Christoph Gruber

LANDWIRT Redaktion

War von Juni 2022 bis zum Sommer 2025 Chefredakteur der Fachzeitschriften LANDWIRT, LANDWIRT Bio und Schafe&Ziegen. Zuvor war er 21 Jahre beim „Kärntner Bauer“, davon 7 Jahre als Chefredakteur, sowie freier Mitarbeiter bei der „Kärntner Woche“ und Online-Redakteur der „Kleinen Zeitung“. 2010 zeichnete ihn der Österreichische Agrarjournalistenverband (VAÖ) mit der „Josef-Steininger-Urkunde“ für hervorragende journalistische Leistungen und Öffentlichkeitsarbeit im Interesse der österreichischen Land- und Forstwirtschaft“ aus.

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