HubJagdSo gelingt die Rissbeurteilung

So gelingt die Rissbeurteilung

Dieser Rehbock wurde von einem Luchs gerissen.
Quelle: Deutz

Nicht jeder „Riss“ ist tatsächlicher einer, manchmal lässt sich (eine andere) Verendensursache zumindest grob ergründen. Im Falle des tatsächlichen Verdachtes auf große Beutegreifer sind die Abläufe in den Bundesländern (Informationen dazu erhalten Sie über die Landesjagdverbände, Landwirtschaftskammern oder Veterinärabteilungen) weitgehend geregelt. Bei einem verendet aufgefunden Tier sollte eine Erstbeurteilung der Situation aus größerer Entfernung geschehen, um nicht bei voreiliger Konzentration auf Details (z. B. Träger des verendeten Stückes) wesentliche Einzelheiten zu übersehen. – Wie etwa Kampf- und Schleifspuren, Körperteile, Haare, Fährten, Spuren oder Losungen. Achtung auch bei Fährten/Spuren, denn ein Hund muss nicht immer Nägel abdrucken und kann daher mit einem Luchs verwechselt werden. Eine Wolfsspur ist höchstens im geschnürten Trab von einem Hund zu unterscheiden, selten aber in anderen Gangarten. Immer wieder werden auch – besonders im trockenen Schnee – (Schnee-)Hasenspuren der Springer (Hinterläufe) mit dem Luchs verwechselt.  Bei frischen Rissen ist das Anbringen einer Wildkamera durchaus sinnvoll, um den allenfalls wiederkehrenden Täter zu identifizieren.  Natürlich könnte auch ein Nachnutzer kommen, aber die Chance, dass der Erstverantwortliche zurückkehrt, ist groß. Luchse vertragen es sogar, wenn das gerissene Stück vor der Wildkamera angebunden wird, andere Beutegreifer sind da wesentlich empfindlicher. Generell ist eine Fotodokumentation der Befunde auch für spätere Interpretationen hilfreich. Verhaltensänderungen des Wildes, von landwirtschaftlichen Nutztieren oder von Hunden in der Umgebung von Rissen können einen zusätzlichen Hinweis auf die Anwesenheit von Großraubtieren liefern.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Unterschiede zwischen Rissbildern
  • Rissbild beurteilen
  • Lungenschwimmprobe
  • Weitere Bilder
  • u.v.m.

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