HubJagdWolf schlägt wieder zu

Wolf schlägt wieder zu

18 Schafe sind alleine in der Nacht von 2. auf 3. Juli 2021 in Westendorf gerissen worden.
Quelle: TVB Kitzbüheler Alpen- Brixental

18 gerissene Schafe, davon fünf, die notgeschlachtet werden mussten und weitere drei schwer verletzte Tiere, die mittels Hubschrauber ins Tal geflogen wurden – so lautete die traurige Bilanz nach den Rissen in Westendorf in der Nacht zum vergangenen Samstag. Derzeit werden noch zwölf Tiere vermisst.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz demonstrierten nun die Tourismusverbände des Brixentals (TVB Kitzbüheler Alpen-Brixental und TVB Hopfgarten-Hohe Salve) und die Gemeinden Einigkeit mit den hiesigen Bauern: „Wir stehen voll und ganz hinter unseren Landwirten. Tourismus und Landwirtschaft – das ist eins. Ohne die Almwirtschaft kann es bei uns keinen Tourismus geben. Wir unterstützen daher alle Maßnahmen, die es braucht, um unsere Almwirtschaft zu schützen“, erklärt Toni Wurzrainer, Obmann des Tourismusverbands Kitzbüheler Alpen-Brixental: „Mit jedem Tag, an dem wir keine praxistaugliche Lösung gegen den Wolf haben, verlieren wir gepflegte Alm- und Weideflächen, was auch aus touristischer Sicht einer Katastrophe gleichkommt“, so Wurzrainer.

Gefahr für gesamten Kulturraum

Schließlich handelt es sich bei der Almwirtschaft um einen Kulturraum, der nicht nur von den Bauern mit Nutztieren bewirtschaftet wird, sondern Einheimischen und Gästen gleichermaßen als Freizeit-, Erholungs- und Sportraum dient. Auch Helga Brunschmid, Vizepräsidentin der Tiroler Landwirtschaftskammer unterstrich noch einmal den Wert der kleinbäuerlichen Struktur für Tirol: „Wir müssen uns vor Augen führen, was wir mit der uneingeschränkten Wiederansiedelung großer Beutegreifer aufs Spiel setzen: Leergefegte, verbuschte Almen, geschlossene und nicht mehr gewartete Wege und Steige sowie stärkeres und häufigeres Auftreten von Muren- und Lawinenabgängen wären nur einige Folgen. Damit haben dann nicht nur Tourismus und Landwirtschaft, sondern das ganze Land zu kämpfen. Das Traurige ist, wir sind bereits schleichend auf dem Weg dorthin. Die Landespolitik darf hier keinen Tag länger zusehen – jetzt müssen Lösungen her!“

Die Tourismusverbände des Brixentals sowie die Gemeinden sind sich mit den Bauern einig und zeigen einen Schulterschluss gegen den Wolf.
Quelle: TVB Kitzbüheler Alpen-Brixental

 Forderung nach raschen und praktikablen Lösungen

Praktikable und vor allem rasche Lösungen fordern auch die Brixentaler Ortsbauernobmänner. „Es ist höchste Zeit, dass alle gemeinsam das Wort ergreifen“, erklärt der Westendorfer Ortsbauernobmann Peter Pirchl: „Es kann nicht sein, dass die Landwirte ihren Grund und Boden und landwirtschaftliche Nutzfläche auch für die Freizeitnutzung zur Verfügung stellen, und mit diesem existenzbedrohenden Problem allein gelassen werden. Es kann auch nicht sein, dass der Schutz des Wolfes über den Schutz des Tierwohls von nutzbringenden Zuchttieren, und vor den Erhalt der Almwirtschaft als Existenzgrundlage der alpinen Landwirtschaft gestellt wird. Wir brauchen keine nicht umsetzbaren Ratschläge, wie den Herdenschutz, sondern Notwehrmaßnahmen, die unverzüglich gegen Wolfsansiedelungen im alpinen Kulturraum erlassen werden müssen“, so Pirchl.

Resolutionen an Tirol

Unterstützung für die Bauern kommt auch seitens der Brixentaler Gemeinden. Schon im Juni – und damit noch vor den zuletzt passierten Wolfsangriffen im Brixental – formulierte die Gemeinde Hopfgarten eine Resolution in Richtung Tiroler Landesregierung, die eine klare Botschaft enthält: „Bei uns hat der große Beutegreifer keinen Platz. Deshalb fordern wir das Land auf, möglichst rasch zu handeln, damit unsere Almen wieder bewirtschaftet, und auch dementsprechend von unseren Gästen und Einheimischen genutzt werden können“, erklärt Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer. Neben Hopfgarten wandten sich auch die Gemeinden Kirchberg, Westendorf, Brixen und Itter bereits mit einer entsprechenden Resolution an das Land.

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