BioBio-RindArbeitszeit in der Bio-Milchviehhaltung

Arbeitszeit in der Bio-Milchviehhaltung

Bauer mit Milchkanne
Die Arbeit in der Bio-Milchviehhaltung ist oft sehr zeitintensiv.
Quelle: Shutterstock

Wie viel Arbeitszeitbedarf in der Bio-Milchviehhaltung anfällt, hängt stark von der Technisierung und der Herdengröße ab. Auch die Haltungsform spielt eine Rolle, so fallen bei der Anbindehaltung mehr Stunden an als im Laufstall. Laut Matthias Schick kann man bei 40 Milchkühen von etwa 80 Arbeitskraftstunden (AKh) pro Kuh und Jahr ausgehen, wobei diese Zahl stark variiere. Dr. Matthias Schick ist Bereichsleiter für Tierhaltung und Milchwirtschaft am Strickhof im Kanton Zürich, lehrt an Universitäten, ist Landwirt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Arbeitszeit auf Milchviehbetrieben. „Die meiste Zeit nehmen das Melken, das Füttern und die Betriebsführung ein“, erklärt der Fachmann. Mit zunehmender Herdengröße sinkt der Arbeitszeitbedarf pro Kuh. Der Zeitbedarf für die Betriebsführung nimmt hingegen zu. Dieser Punkt werde von Landwirten selten bedacht, wenn sie ihren Herdenbestand erhöhen, gibt Matthias Schick zu bedenken.

Dr. Matthias Schick
Dr. Matthias Schick beschäftigt sich mit Arbeitszeitorganisation auf Milchviehbetrieben.
Quelle: Dr. Matthias Schick

Viel Zeit für das Melken

Der Großteil der Arbeitszeit wird für das Melken benötigt. Jede Milchkuh hat eine fixe Melkzeit, alles andere ist vom Landwirt selbst steuerbar. Das Umfeld der Kühe sollte daher so organisiert werden, dass das Melkzeug schnell an der Kuh hängt und alle Kühe möglichst zeitgleich fertig werden. In Gruppenmelkständen nehmen langsam melkende Kühe oft viel Zeit ein. Auch Vorbereitungs-, Reinigungs- und Rüstarbeiten sind typische Zeitfresser. Matthias Schick hat zwei praktische Tipps: „Durch die Boxenpflege kann man sich Reinigungsarbeiten sparen, da die Kühe saubere Euter haben. Außerdem kann man den Melkprozess auch mit der Fütterung beschleunigen.“ Dabei werde den Kühen beim Melken das Futter vorgelegt, so dass sie es sehen, aber nicht fressen können, so der Fachmann: „Die Kühe riechen und sehen das Futter und gehen dadurch schnell in den Melkstand. Dort lassen sie sich gut melken, weil sie das gute Futter möchten.“ Laut Schick hat dies auch noch einen weiteren positiven Effekt: „Die Zitzen können sich besser verschließen, wenn die Kühe nach dem Melken fressen. Würden sich die Kühe direkt nach dem Melken in das Stroh legen, können Keime in den noch nicht verschlossenen Strichkanal kommen.“

Was dieser Artikel noch bereithält:

  • Welche Maßnahmen können Sie bei Ihrem Melkstand treffen?
  • Wann ein Melkroboter sinnvoll ist
  • Wie Sie bei der Fütterung Zeit einsparen können
  • Wie Sie den Melkroboter mit der Weide kombinieren können
  • LANDWIRT Tipp zu einer Broschüre zur Arbeitszeit und Arbeitseffizienz

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