ForstDie 100 Euro-Marke ist geknackt

Die 100 Euro-Marke ist geknackt

Holz kommt derzeit vor allem aus höheren Lagen und von größeren Betrieben.
Quelle: Jäger

Die fortschreitende Erholung der Industrie und die sehr gute Auftragslage in der Bauwirtschaft sind derzeit die tragenden Säulen des Wirtschaftswachstums in Österreich. Die Unternehmen der Bauwirtschaft erwarten auch für die kommenden Monate einen anhaltend positiven Trend. Dieser Entwicklung und einem starken globalen Holzbedarf folgend, ist die Nachfrage nach Nadelsägerundholz sehr rege. Die Preise für das Leitsortiment A/C, 2 b sind sukzessive gestiegen, und mit Ausnahme der Borkenkäferregionen wird die Marke von 100 Euro/Festmeter mittlerweile überschritten. Dies geht aus dem jüngsten Holzmarktbericht der LK Österreich hervor.

Auch bei Cx-Qualität und Braunblochen wurden Preiserhöhungen umgesetzt. Ernteaktivitäten haben daher insbesondere durch waldreiche Betriebe zugenommen, zudem kommt nun verstärkt Holz aus höheren Lagen. Bei ausreichender Frachtkapazität wird bereitgestelltes Holz zeitnah abtransportiert. Lärche wird bei gefestigten Preisen unvermindert rege nachgefragt.

Lärche wird weiterhin zu guten Preisen nachgefragt.
Quelle: Jäger

Vermehrte Abnahme von Faserholz

Die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sind sehr gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Teilweise geringerer Anfall an Sägenebenprodukten sowie an Altpapier führen zu einer vermehrten Abnahme von Faserholz. Optionen für Schleifholz bieten sich insbesondere im Export. Die Preise stagnieren jedoch weiterhin auf unterdurchschnittlichem Niveau. Der Verkauf von Rotbuchenfaserholz ist bei stabilen Preisen und normaler Nachfrage möglich.

Während in Kärnten sehr gute Absatzmöglichkeiten für Energieholz bestehen, sind im übrigen Bundesgebiet Mengen außerhalb von langfristigen Lieferverträgen kaum zu vermarkten. Auch die relativ kühle Witterung hat zu keiner maßgeblichen Entspannung der Situation geführt.

Steigende Stammholzpreise auch  in Süddeutschland

Die Medien überschlagen sich mit Berichten über steigende Holzpreise. Die Diskussionen in den forst- und holzwirtschaftlichen Branchen und ihren Verbänden werden sehr emotional geführt. Sachliche Aspekte, etwa eine Unterscheidung nach Einzelprodukten und ihren Teilmärkten, treten in den Diskussionen fast ganz in den Hintergrund. Es ist zwar richtig, dass die Preise beispielsweise von Nadelstammholz und Konstruktionsvollholz (KVH) steigen, aber die Dynamik des Preisanstiegs und das erreichte Preisniveau unterscheiden sich erheblich. Die KVH Preise liegen üblicherweise in der Größenordnung von 300 bis 350 Euro/m³. Aktuell werden sie zu 500 Euro/m³ und mehr verkauft. Ein historischer Spitzenwert und – Tendenz weiter steigend. Die Preise von Nadelstammholz sind in Süddeutschland in den letzten Wochen und Monaten ebenfalls gestiegen. Sie gehen jedoch – kalamitätsbedingt – von einem sehr niedrigen Stand aus und nähern sich dem Vorkalamitätsniveau erst allmählich wieder an. In Neuverträgen erreicht das Fichtenleitsortiment inzwischen Preise von 85 bis 90 Euro/Fm, in Einzelfällen wird die 90 Euro Marke überschritten. Angesichts hoher Gewinne in der Sägeindustrie, fordern die Forstbetriebe jetzt für sich einen größeren Teil vom „Wertschöpfungskuchen“.

Aufmerksamkeit auch auf den Borkenkäfer richten

Das bisher verlaufende Forstjahr war mit wenigen Ausnahmen zu trocken. Dementsprechend sollten die Waldbesitzer weiterhin ihre Aufmerksamkeit auf die Kontrolle der Bestände und auf die rasche Aufarbeitung von Käferbäumen legen. Die derzeitigen Absatzmöglichkeiten lassen auch großzügige Rändelungen zur Vorbeugung zu, betonen die Forstexperten.

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