BioBio-BauernKalbinnen vergiftet

Kalbinnen vergiftet

Eibenbaum
Quelle: Engler

Das Unwetter, das am 18. August auch in Niederösterreich wütete, hat für Bio-Bauer Josef Haunschmid ein schlimmes Nachspiel. Sechs seiner Kalbinnen grasten zu dem Zeitpunkt auf der Weide. Darauf befindet sich eine unter Artenschutz stehende „1.000-jährige“ Eibe. Der Sturm brach einen Ast des Eibenbaumes ab – mit gravierenden Folgen.

Schnelles Sterben

„Eine Bekannte, die regelmäßig nach unseren Tieren schaut, rief uns aufgeregt an. Eine unserer Kalbinnen läge reglos auf der Weide“, schildert der Bauer den Hergang. Gemeinsam mit seinem Sohn fuhr Haunschmid daraufhin zur Fläche. Dort bemerkten die beiden, dass ein weiteres Tier schwankte. Das Rind zitterte, atmete schwer und brüllte auf. „Sie ging zu Boden und kurze Zeit später war auch diese Kalbin tot“, sagt Haunschmid trocken. Weder Vater noch Sohn konnten sich erklären, was die Ursache für das plötzliche Sterben war. Ein kurz darauf gefundener abgebrochener und abgefressener Ast der Eibe brachte Licht ins Dunkel.

Doch die beiden Kalbinnen waren nur der Anfang. Am nächsten Tag zeigte ein weiteres Tier Vergiftungserscheinungen, worauf der Bio-Bauer Tierärztin Elisabeth Lehner kontaktierte: „Als ich gerufen wurde, war das Rind bereits sehr schwach“, berichtet sie. Es war sofort klar, dass auch diese Kalbin vergiftet war. Kurz darauf starb das Tier. „Das Gift der Eibe lähmt das Herz und das Tier stirbt ähnlich wie bei einem Herzinfarkt. Da Rinder nicht erbrechen können, gibt es auch keine Möglichkeit, das Gift wieder aus dem Körper zu befördern“, erklärt Lehner. Haunschmid versuchte die Kalbin zuvor noch mit Salzwasser zu tränken, um die Dosis zu verdünnen – leider vergebens. In der darauffolgenden Nacht verstarb dann eine weitere Kalbin, vier Kalbinnen binnen 42 Stunden.

Was dieser Artikel noch bereithält:

  • Geringe Menge tödlich
  • Baum darf nicht gefällt werden

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