
Kraftfutter wird in der Bio-Milcherzeugung kontrovers diskutiert. Die einen betonen die Notwendigkeit zur Energieversorgung und Milchleistung, während die anderen auf die Nahrungsmittelkonkurrenz und ethische Konflikte hinweisen. Bio-Milcherzeuger brauchen genauso wie Konventionelle eine Mindestmilchmenge, um wirtschaftlich überleben zu können. Kraftfutter kann dabei die Wirtschaftlichkeit erhöhen, wenngleich ein zu hoher Einsatz diese dramatisch verschlechtert. Richtig eingesetzt bringt Kraftfutter um einiges mehr als es kostet und erhöht das Einkommen. Die Fixkosten auf den Betrieben sind hoch. Versicherungen, Bauinvestitionen, ein Mindestmaß an maschineller Ausstattung etc. verursachen Kosten, die nicht jeder mit 4.000 kg Laktationsleistung im Low-Input-System bezahlen kann.
Bio- versus konventionelles Kraftfutter
Kraftfutter darf in der Bio-Milcherzeugung nicht als alleiniger Leistungsfaktor gesehen werden. Es ist teuer und so manche Bio-Verbandsrichtlinie gibt Obergrenzen für den Einsatz vor. Aus Kosten-Nutzen-Sicht gibt es beim Bio-Kraftfutter im Vergleich zum konventionellen einen großen, überaus bedeutenden Unterschied, wie die Grafik verdeutlicht. Der Unterschied zwischen 16,4 und 26 Cent erklärt, warum der konventionelle Milcherzeuger immer lockerer mit Kraftfutter in der Milchviehration umgehen kann als der Bio-Betrieb. Konventionelle Anwendungsempfehlungen gelten daher nicht bei Bio-Kraftfutter.

Was dieser Artikel noch bereithält:
- Grundfutterleistung ist der Schlüssel
- Fütterung der Trockensteher
- Kraftfutter optimal einsetzen
- Versuch zum Kraftfutterverbrauch
- Optimum liegt bei etwa 150 g
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LANDWIRT BIO 02/2025
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