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Rubrik Grünland

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Nur mit Abo: Müssen Gräser aussamen?

Eine hohe Grundfutterleistung erfordert einen Schnittzeitpunkt möglichst vor Beginn der Blüte. In der Praxis stellt sich die Frage, wie sich eine ständig frühe Nutzung auf den Gräserbestand auswirkt, wenn die Wiesengräser nicht mehr aussamen können.

LANDWIRT Redaktion 4 Min. Lesezeit

Jede Gräserart hat im Laufe der Geschichte ihre eigene Strategie zum Überleben entwickelt. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen vegetativer (ungeschlechtlicher) und generativer (geschlechtlicher) Form der Fortpflanzung.

Horstgräser müssen aussamen

Generativ vermehren sich Horstoder Büschelgräser, wie Wiesenschwingel, Glatthafer, Goldhafer, Knaulgras, Timothe (Wiesenlieschgras), ItalienischRaygras, Kammgras und Aufrechte Trespe (Tab.). Sie bilden durch Bestockung Horste, deren Lebenszeit mit etwa vier bis fünf Jahren begrenzt ist. Deshalb sind Horstgräser auf das gelegentliche Blühen bzw. Aussamen angewiesen, wobei das Samenbildungspotenzial der Horstgräser mit zunehmendem Alter abnimmt. Knaulgras und Timothe bilden eine Ausnahme. Sie können sich dank ihrer starken Bewurzelung lange im Bestand halten ohne GRÜNLAND abzusamen. Bei intensiverer Beweidung entwickelt Timothe auch verstärkt zwiebelartig verdichtete Kriechtriebe, die einen fast rasigen Wuchs ermöglichen.

Rasenbildner müssen nicht aussamen

Rasenbildner sind ausläufertreibende Gräser und können sich dank ihrer oberund unterirdischen Kriechtriebe auch ohne zu versamen, d.h. vegetativ, ausbreiten. Zu den Rasenbildnern zählen die meisten Untergräser wie Wiesenrispe, Rotes Straussgras und auch Wiesenfuchsschwanz, der durch seine extreme Frühreife ohnedies meist aussamt. Deutsches Weidelgras (auch EnglischRaygras genannt) und Rotschwingel sind je nach Typ und Sorte entweder mehr Rasenoder mehr Horstbildner.

Auf Mähweiden oder reinen Weideflächen werden durch den Tritt verstärkt ausläufertreibende Gräser (z.B. Deutsches Weidelgras und Wiesenrispe) bzw. in extensiveren Lagen Rotes Straussgras oder Rotschwingel gefördert. Diese Gräser sind nicht auf das Aussamen angewiesen. Alle Gräser, die verstärkt vegetative Ausläufer treiben, haben meist eine schlechtere Samenproduktion, können sich aber dank ihrer Ausläufer auch ohne Aussamen im Bestand halten und in Verbindung mit einer Beweidung dichtere Grasnarben bilden als Horstgräser.

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