AgrarpolitikTitschenbacher kritisiert EU-Biomasse-Entscheidung

Titschenbacher kritisiert EU-Biomasse-Entscheidung

Franz Titschenbacher ist wegen dem Beschluss der EU-Parlamentarier zur Biomassenutzung gar nicht zum Lachen.
Quelle: LK/Jorj Konstantinov

Das EU-Parlament hat den zügigen Ausbau der Biomassenutzung vorläufig gebremst. In ihrer Abstimmung über die Richtlinie für erneuerbare Energien (RED III) legten die EU-Abgeordneten am 14. September ihre Position für die weiteren Verhandlungen mit den EU-Staaten und der EU-Kommission fest. Diese sieht zwar weiterhin die Einstufung von Holznebenprodukten etwa aus Sägewerken, Schadholz und eine bestimmte Menge Primärholz (hochwertiges Holz) als erneuerbare Energie vor. Nun soll die Durchschnittsmenge der Jahre 2017 bis 2022 angerechnet werden.

Zudem fordert das EU-Parlament bis 2030 eine schrittweise Senkung des Anteils von Primärholz als erneuerbare Energie. Ursprünglich hatte der Vorschlag im EU-Parlament die Einstufung von Biomasse aus Primärholz als erneuerbare Energie ausgeschlossen.

„Entscheidung geht in falsche Richtung“

Den Bauern werden damit deren Chancen als Energiewirte geschmälert. Franz Titschenbacher, Präsident des Biomasseverbandes und der LK Steiermark zeigt sich in einer ersten Reaktion erschüttert: „Die Entscheidung über die künftige Biomassenutzung geht in die falsche Richtung. Statt mehr Biomasse für die Strom- und Wärmeerzeugung zu verwenden, soll gemäß EU-Parlamentsbeschluss künftig der Biomasseeinsatz eingefroren werden.“

Um notwendige Verbesserungen zu erreichen, sei nun volles Gewicht  auf die Trilog-Verhandlungen zu legen. Vor allem der Status als erneuerbarer Energieträger müsse vollumfänglich beibehalten werden. Nur dann kann bäuerliche Biomasse zu 100 % an die erneuerbaren-Energieziele angerechnet und gefördert werden. Titschenbacher: „Damit wollen wir sicherstellen, dass eine technologische und wirtschaftliche Weiterentwicklung der heimischen Biomassebranche gewährleistet bleibt.“

Zahlen und Fakten. In der Steiermark versorgen 600 Biomasseheizwerke über 100.000 Haushalte mit Wärme auf Basis von Biomasse aus dem bäuerlichen Kleinwald. Sie leisten somit einen unverzichtbaren Beitrag zur sicheren, leistbaren und klimafreundlichen Energieversorgung der Steiermark. Insgesamt heizen in der Steiermark 230.000 Haushalte mit dem klimaneutralen Rohstoff Holz und mit biogenen Reststoffen aus dem Wald.