AckerbauMaisTrockenstress als wichtiges Kriterium

Trockenstress als wichtiges Kriterium

Quelle: Böck

Wirtschaftlich war 2022 aufgrund der hohen Maispreise ein gutes Jahr. Aus pflanzenbaulicher Sicht wurden aber die Herausforderungen der Zukunft mehr und mehr ersichtlich. Extreme Pendelschläge bei der Witterung begleiten die Landwirtschaft immer häufiger. Die Konsequenz heißt: Alle Stellschrauben vom Boden bis zur Pflanze optimieren, um bestmöglich gewappnet zu sein. Aber selbst dann ist nichts gewiss, denn ohne Wasser geht nichts. Stellt sich die Frage, wie Landwirte vor dem Hintergrund dieser extremen Pendelbewegungen von kalt, heiß, trocken, nass, die richtige Maissorte wählen. Die Sorten sollen ja auch mit anderen Stresssituationen, sei es durch Beulenbrand, Fusarium, Lager, Blattfleckenkrankheiten, etc, möglichst gut zurechtkommen. Ein wesentlicher Punkt auf diesem Weg ist die Reife der Sorte. Damit werden Blühtermin und Abreife definiert. Je früher die Sorte blüht, desto weniger ist die Pflanze in der sensiblen Phase der Blüte Trocken- und Hitzestress ausgesetzt. Versuche der Landwirtschaftskammer Steiermark (LK) zeigen, dass in trockenen und heißen Jahren, auf Standorten mit geringer Wasserhaltefähigkeit, nicht unbedingt die potenziell ertragsstarken spätreifen Maissorten erfolgreich sind.

Stängelfusarium bei einer sehr anfälligen Sorte im Hitzejahr 2022 auf einem leichten, sandigen Standort.
Quelle: Mayer

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Frühe oder späte Sorten

Eine Entscheidungsgrundlage stellen zwei Versuche der LK, jeweils auf sehr leichten sandigen Böden, in den Jahren 2021 und 2022 dar. Dabei wurden Sorten mit unterschiedlichen Reife­zahlen in Saatstärken von 50.000 bis 90.000 Korn geprüft. Die Versuche zeigen, dass sich bei extremer Wasserknappheit, der Anbau frühreifer Sorten lohnt – selbst im Raum Bad Radkersburg, der für spätreife Sorten bestens geeignet wäre. Bei der Saatstärke sollte man aber nie unter 70.000 Korn gehen. Erstens nimmt man sich die Chance, bei doch eintretenden Niederschlägen gute Erträge über die höhere Pflanzenzahl zu gewinnen. Zweitens hat die Maispflanze eine sehr gute Anpassungsfähigkeit über die Kornzahl je Kolben, sollte der Niederschlag geringer ausfallen. Drittens darf besonders bei frühreifen Sorten unter Rz 330 auf keinen Fall mit zu niedrigen Saatstärken vorgegangen werden. Diese Sorten besitzen mit ihrem geringeren Kolbengewicht eine schlechtere Ausgleichsfähigkeit. Anders ist die Lage bei spätreiferen Sorten. Hier gab es eine Ausnahme, nämlich eine Sorte mit einer Reifezahl 420, die eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit auch bei sehr niedrigen Saatstärken aufwies.

Präzision mindert Stress

Unter präziser Saat verstehen wir eine Saatgutablage, die eine rasche Jugend- und Wurzelentwicklung ermöglicht. Dafür muss das Saatkorn auf einer wasserführenden Bodenschicht abgelegt werden. Auf keinen Fall darf dies mit einer schmierenden Saat verwechselt werden. Ist es bei eine Standardablage auf 4 cm zu trockenen, dann muss Tiefer gesät werden. Die Erdabdeckung darf jedoch nicht mehr als 4 cm betragen. Andernfalls sind Verzögerungen in der Entwicklung und Pflanzenausfällen möglich. Je vitaler der Maisbestand in die Blüte gelangt, desto geringer fallen die Schäden bei nachfolgender Dürre aus. In der Steiermark hatten wir im Mai 2022 – im Vergleich zu 2021 – hohe Niederschläge und warme Temperaturen. Daher konnten sich die Pflanzen bis zur Blüte gut entwickeln. Die höhere Biomasse hat mehr Reserven für die nachfolgende Dürre bereitgestellt. Im Vergleich zu 2021 ist der Trockenstress auf derartigen Standorten um durchschnittlich 2 t/ha besser bewältigt worden.

Fusarium

Sollte eine Sorte anfällig gegenüber Stängelfusarium sein, dann hat sie auf Trockenstandorten nichts verloren. Derartige Sorten reifen rasch ab und haben eine geringere Wasserspeicherfähigkeit in der Pflanze. In extremen Fällen führt die Infektion zu einem Zusammenbrechen des Bestandes. Der lässt sich nur mit Ertragsverlusten dreschen. Stängelfusarium hängt nicht mit der Anfälligkeit gegenüber Kolbenfusarium zusammen. Eine harmonische Düngung mit Phosphor und Kali, verbunden mit einer guten Wurzelentwicklung, kann Stängelfusariumreduzieren. Bei der Sortenempfehlung werden die Anfälligkeiten der letzten Jahre von der LK dargestellt.

Weitere Informationen zu den Maissorten finden Sie bei der AGES.

 

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