LandlebenFamilie „Wenn jemand sagt, ich kann das nicht, dann erst recht.“

 „Wenn jemand sagt, ich kann das nicht, dann erst recht.“

Martina Hopf, 30, Murtal
Quelle: Buffler

Ein bisschen wie eine Königin steht Martina Hopf an der Mauerbrüstung und blickt hinunter auf ihre Ländereien. 23 Hektar Grünland, 10 Hektar Wald und eine Alm mit 150 Hektar nennt sie ihr Eigen. Die Herde Fleckviehkühe verteilt sich sich auf der abschüssigen Wiese vor ihr. Bereits vor sechs Jahren hat die 30-Jährige die Hälfte des landwirtschaftlichen Betriebs von ihrem Vater übernommen. Die andere Hälfte gehört noch ihrer Mutter, die aber dieses Jahr ebenfalls in Pension geht.

Der Aukönighof ganz in Frauenhänden – nicht das erste Mal in der jahrhundertealten Familiengeschichte. „Ich bin die jüngste von vier Schwestern. So gab es nie die Diskussion, ob eine Frau den Hof übernimmt. Landwirtschaft ist meine Leidenschaft, schon als Kind war ich am liebsten daheim bei meinen Tieren. Damit bin ich groß geworden, es gibt für mich keine Alternative dazu.“

Aus Zweifeln wird Stärke

Was sich jetzt selbstsicher anhört, war aber nicht immer so. Vor einiger Zeit hat Martina mit sich gekämpft. „Da war ich mir nicht sicher, ob ich das schaffe. Aber ich hab mich aufgerafft. Seitdem gibt es für mich keine Zweifel mehr.“ Die Jungbäuerin schämt sich nicht für diese Momente. „Das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin.“ Dieses Selbstvertrauen braucht die Heumilchbäuerin in ihrem Beruf. Schließlich ist sie eine von wenigen Frauen im Bezirk Murtal, die Chefin auf dem eigenen Hof ist.

Auch beim landwirtschaftlichen Meisterkurs hatte Martina nur eine Mitstreiterin. In der von Männern dominierten Landwirtschaft muss sie immer wieder dagegenhalten. Das Bild der rüpelhaften Bauern, die einer Frau nichts zutrauen, kann sie aber nicht bestätigen: „Ein ernsthaftes Problem gab es bisher mit keinem Kollegen. Es hat noch niemals jemand gesagt, du schaffst das nicht. Manchmal schauen sie etwas schief. Aber dann sehen sie schon, wie ich das alles hinbekomme.“

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