
Versichert eure Deckbullen
Christian Lich (34), Mutterkuhhalter aus Deutschland, Gießen, Mittelhessen
22 Charolais-Mutterkühe + Nachzucht (insgesamt 55 Rinder)
„Unsere 22 Mutterkühe kalben normalerweise im Dezember. Ende Oktober/Anfang November ist uns aufgefallen, dass drei unserer Kühe auf der Weide verkalbt hatten. Das waren bei uns die ersten Anzeichen eines eventuellen Blauzungenvirus. Blutuntersuchungen der betroffenen Tiere bestätigten diesen Verdacht. Uns war vorher nichts aufgefallen, außer einer Kuh im Sommer, die nicht richtig gefressen hatte. Im Stall begannen Mitte Dezember die ersten Mutterkühe regulär zu kalben. Am Anfang war noch alles in Ordnung. Kurz vor Weihnachten waren jedoch zwei auffällige Kälber zur Welt gekommen, die nicht richtig saufen konnten. Die Tierärzte rieten uns die Kühe zu melken und die Kälber mit der Flasche zu füttern. Die erkrankten Kälber konnten sich nicht ablegen. Die Vorderbeine knickten ein, das Hinterteil blieb in der Luft. Teilweise waren sie fast eine Stunde in der Position und wir mussten sie händisch umlegen.

Leider verstarb ein Kalb nach fünf Tagen, das andere lebt noch und wird von uns als Flaschenkalb aufgezogen. Wir wissen nicht, ob sich der Zustand des Kalbes noch verändern wird, dazu können uns auch die Tierärzte nichts sagen. Kranke Kälber sind losgerannt und gegen Wände gelaufen oder lagen wie tot da. Etwa eine Minute später sind sie wieder aufgesprungen und haben weitergesoffen. Das hat sich mittlerweile gelegt. Die Tierärzte haben verendete Kälber in die Pathologie gegeben und festgestellt, dass die Gehirne nicht komplett entwickelt waren. Oft ist das Kleinhirn gar nicht vorhanden.
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