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Deutschland: Faire Preise für Milch gefordert

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Faire Erzeugerpreise und eine nationale Herkunftskennzeichnung für Milch und Milchprodukte sind zum „Tag der Milch“ gefordert worden.
Quelle: Archiv

Faire Erzeugerpreise und eine nationale Herkunftskennzeichnung für Milch und Milchprodukte sind zum „Tag der Milch“ gefordert worden. Dieser wurde am 1.Juni deutschlandweit mit Aktionen begangen. Der Hessische Bauernverband machte auf den Strukturwandel in der heimischen Milchviehhaltung aufmerksam. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren sei die Zahl der Milchkuhhalter in dem Bundesland um rund 1 500 auf nun 2 400 zurückgegangen. Die Zahl der Milchkühe um 20 000 auf jetzt 130 000. Angesichts der Bedeutung der heimischen Milchproduktion für die regionale Lebensmittelversorgung und den Erhalt des Grünlands mit seinen positiven Wirkungen für den Arten- und Klimaschutz sei es wichtig, dass die Betriebe einen guten Milchauszahlungspreis sowie vernünftige und verlässliche Rahmenbedingungen bekämen.

Monopolisierung bei Milch

Das brandenburgische Landwirtschaftsministerium stellte fest, dass die heimischen Milchbauern in einer prekären Marktsituation seien Sie stünden oft einem Quasimonopol an Molkereien gegenüber. Diese Monopolisierung hinterlasse Spuren. Die Zahl an Betrieben in Brandenburg sei in den vergangenen Jahrzehnten fast kontinuierlich zurückgegangen. Die Landesregierung habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Lieferbeziehungen in der Milchwirtschaft verbindlicher zu regeln. Ein Beitrag dazu sei auch das jetzt vom Bundesrat verabschiedete neue Agrarmarktstrukturgesetz. Vom bayerischen Landwirtschaftsministerium kam zum Aktionstag Lob für die heimische Milchwirtschaft. Bayern sei deutschlandweit „Milchland Nummer eins“.

Kosten galoppieren davon

Vom European Milk Board (EMB) kam die Warnung, dass den Betriebsleitern und Familienarbeitskräften im europäischen Milchsektor im Durchschnitt nur ein Einkommen bleibe, das weit unter dem Mindestlohnniveau liege. Diese Lage werde sich weiter verschlimmern, da die Kosten der Milchproduktion durch Verteuerungen und Knappheit beim Futter, durch Klimafolgen und erhöhte Auflagen immer weiter davon galoppieren. Der Preis jedoch entwickle sich nicht nach oben. Sondern bleibe weiterhin viel zu niedrig. AgE

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