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Erzeugermilchpreise im Februar leicht gestiegen

Irland lieferte im Jänner 2021 geringfügig mehr Milch an, als im vergangenen Jahr. 
Quelle: Vetta

Der LTO-Durchschnittswert wurde bis Ende 2020 monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4% Eiweiß errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg. Im Jänner 2021 wurde in diesen Preisvergleich die zweitgrößte spanische Molkerei, Capsa Food, neu aufgenommen. Damit soll auch die Preisentwicklung in Südeuropa einbezogen werden.

Weitere Entwicklung vorsichtig positiv eingeschätzt

Der Erzeugerpreisanstieg im Februar 2021 war der neunte in Folge. Mehr als die Hälfte der im LTO-Vergleich berücksichtigten Molkereien hat höhere Preise gemeldet. Die Milchgeldauszahlungen in der EU waren bekanntlich von Jänner bis Mai 2020 deutlich gesunken. Im Juni setzte dann ein positiver Trend ein, der bis Jahresende anhielt; im Jänner und Februar 2021 erfolgten weitere Anstiege.

Was die weitere Preisentwicklung betrifft, so sehen die LTO-Experten die Situation kurzfristig mit Blick auf die steigenden Weltmarkt-Notierungen für Standard-Milchprodukte und das nicht drängende Rohmilchangebot in der EU vorsichtig positiv.

Diese Situation spiegelt sich auch in den bisher gemeldeten Auszahlungen der führenden EU-Molkereien wider. So hat der dänische Molkereiriese Arla seine Auszahlung im März um 0,5 Cent angehoben, für April wurde ein weiteres Plus von 1,5 Cent gemeldet. Friesland/Campina in den Niederlanden nahm im März und April ebenfalls eine Erhöhung der Erzeugerpreise um 0,2 Cent beziehungsweise 0,7 Cent vor. Das belgische Unternehmen Milcobel zahlte im März sogar um 2,10 Cent/kg mehr aus, während der britische Verarbeiter Saputo Dairy UK für März und April 2021 unveränderte Erzeugerpreise gemeldet hat. Der deutsche Marktführer DMK hat nach einer Preissenkung im Februar für März ein Plus von 0,5 Cent und für April eine weitere Anhebung um 1 Cent bekannt gegeben. Zum Vergleich: In Österreich wurden im Februar 2021 für GVO-freie Qualitätsmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Schnitt 38,54 Cent gezahlt. Gegenüber dem Vormonat ergab sich somit ein geringfügiges Plus von 0,06 Cent.

Milchanlieferung in der EU rückläufig

In der EU lag die Milchanlieferung im Jänner 2021 um 0,9 % unter dem Vorjahresniveau, wobei Deutschland und Frankreich sowie die Niederlande die stärksten Rückgänge verzeichneten, während Irland und Polen leichte Zuwächse meldeten.

In den anderen großen Milchexportländern fiel die Rohmilchproduktion im Jänner 2021 spürbar höher aus: In Argentinien (+6 %) und Uruguay (+6 %) zeigte die Lieferkurve weiter nach oben. In den USA fiel die Milchproduktion im Jänner um 2,4 % höher als im Vorjahresmonat aus, im Februar folgte ein leichter Rückgang. In Neuseeland wurde die Anlieferung um 0,8 % gesteigert. In Australien erholte sich die Produktion im Jänner deutlich (+4 %), nachdem sie im vierten Quartal 2020 stagniert hatte. In Summe dürfte die Erzeugung in den größten Milchexportländern (inkl. EU) im Jänner 2021 um 0,8 % größer ausgefallen sein als im Vorjahresmonat.

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