BioBio-SchweinFliegen im Schweinestall biologisch bekämpfen

Fliegen im Schweinestall biologisch bekämpfen

Quelle: Agrarfoto

Geht man davon aus, dass eine Stallfliege bis zu zwei Wochen überlebt, legt ein Weibchen in dieser Zeit bis zu 600 Eier. Bis aus einem Ei eine Fliege wird, dauert es sieben bis zehn Tage. Vom Frühjahr bis zum Ende des Sommers können sich aus einer weiblichen Fliege theoretisch bis zu eine Million (!) Fliegen entwickeln. Die herumschwirrenden Fliegen machen dabei nur etwa ein Fünftel der im Stall vorhandenen Population aus. Die restlichen rund 80 % umfassen die „unsichtbaren“ Eier, Larven und Puppen.

Während Insektizide und mechanische Bekämpfungsmaßnahmen oft nur die adulten Fliegen bekämpfen, setzen natürliche Fraßfeinde der Stallfliege wie die Güllefliege oder die Schlupfwespe schon bei der Brut an. Hier ein paar grundlegende Fakten und Tipps für den Einsatz von Nützlingen in Warmställen mit Spaltenboden sowie in Offenställen mit Festmist.

Welche Nützlinge gibt es gegen Stallfliegen?

Die Hauptbrutstätten von Stallfliegen sind Gülle und Futterreste am, aber auch unter dem Spaltenboden. Daher lohnt es sich, in der unteren Etage anzusetzen und Nützlinge im Güllekanal anzusiedeln. Hierfür steht die Güllefliege zur Verfügung. Sie siedelt sich in der Schwimmschicht der Gülle an. Eine Güllefliegenlarve vertilgt bis zu 20 Stallfliegenlarven gleich an ihrem Brutort. Die Güllefliege ist flugträge und bevorzugt die Dunkelheit des Güllekellers. Sie verbreitet auch keine Krankheiten und stellt damit für Schwein und Mensch keine Gefahr dar. Einmal erfolgreich angesiedelt, bleiben Güllefliegen dauerhaft im Stall bestehen. Keine Sorge vor einer übermäßigen Vermehrung der Güllefliegen: Erreicht der Larvenbesatz an den Brutstätten eine gewisse Dichte, reduzieren die Larven ihre Bestände von selbst.

In Offenställen mit Tiefstreu oder Festmist ist die Schlupfwespe zu empfehlen. Sie nutzt die Stallfliege zu ihrer eigenen Vermehrung, indem sie ihre Eier in den Puppen der Stallfliegen ablegt. Die dort heranwachsenden Wespen töten im Laufe ihrer Entwicklung die parasitierte Wirtspuppe. Anstatt einer Fliege schlüpfen dann nach drei bis vier Wochen mehrere Schlupfwespen aus, die ihre Eier wieder in Stallfliegenpuppen legen. Auch dieser lichtscheue Nützling belästigt Mensch und Tier nicht. Im Gegensatz zur Güllefliege muss die Schlupfwespe jedes Jahr neu angesiedelt werden.

Schlupfwespe
Quelle: Biohelp

Wie siedelt man die Güllefliege an?

Prinzipiell lassen sich Güllefliegen im Warmstall das ganze Jahr über ansiedeln.

Was der Artikel noch bereithält:

Güllefliegen und Schlupfwespen ansiedeln

Woran es liegen kann, wenn die Ansiedelung nicht erfolgreich war

Das kosten die Nützlinge

 

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