RindRinderzuchtBraunvieh„Wir brauchen die Mutterkuhprämie zurück“

„Wir brauchen die Mutterkuhprämie zurück“

Von Karin Ch. TAFERNER, LANDWIRT Redakteurin

Seit Ende Juni ist Fleckvieh-Fleisch-Züchter Walter Steinberger Obmann von Fleischrinder Austria. Er sieht es als seine Hauptaufgabe die Mutterkuhhalter in Österreich zu stärken. „Wir sind die einzige Vertretung, die für Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung in Österreich existent ist“, sagt der 53-jährige Steirer aus Erfahrung. Bereits seit 2014 vertritt der großgewachsene Landund Forstwirt die steirischen Fleischrinderzüchter im Vorstand von Fleischrinder Austria, der Arbeitsgemeinschaft der Fleischrinderzüchter Österreichs. Schon bei seiner Antrittsrede bei der Generalversammlung machte er deutlich, dass ihm die Sache ernst ist. Vor Ehrengästen wie Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer, Josef Wiesböck, Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, und Horst Jauschnegg, Tierzuchtdirektor in der Steiermark, Thomas Lanzer-Breitfuß, Obmann des steirischen Fleischrinderverbandes (Styria Beef) sowie den Vertretern der Rassedachverbände überreichte er ZAR-Obmann Stefan Lindner ein siebenseitiges Positionspapier mit dem Titel „Die österreichischen Mutterkuhbetriebe müssen unterstützt werden“. Gemeinsam mit der ZAR und der ARGE Rind will sich Steinberger auf einheitliche Forderungen für die neue GAP verständigen, damit die Rinderwirtschaft in puncto Mutterkuhhaltung eine gemeinsame Sprache spricht. Damit will er rückgängig machen, was den Mutterkuhhaltern vor fünf Jahren wiederfahren ist. Steinberger führt die Abschaffung der gekoppelten Mutterkuhprämie im Jahr 2012 darauf zurück, dass Mutterkuhhalter in entscheidenden Gremien absolut unterrepräsentiert sind. In der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik sieht Steinberger die Chance, dass der Fehler die gekoppelte Mutterkuhprämie zu streichen, rückgängig gemacht werden kann. Daher reichte die Organisation das Positionspapier von Fleischrinder Austria auch bei der Umfrage zur neuen GAP-Periode ein. Steinberger sagt: „Es war das erste Mal, dass wir zumindest ein bisschen mitreden konnten. Es geht doch dar-um, dass die Stimme gehört wird.“ Er verweist darauf, dass die COPA-COGECA (der europäische Bauernverband und der Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften in der EU) bereits 2012 in einer Presseaussendung gefordert hat, den Rindfleischsektor in der GAP 2015–2020 durch gekoppelte Mutterkuhprämien zu unterstützen. Daraufhin haben u.a. Frankreich, Spanien, Tschechien und Ungarn eine gekoppelte Prämie in der Mutterkuhhaltung beibehalten. In Irland gab es keine gekoppelte Prämie, im Zuge eines Qualitätsprogrammes wurde aber eine Prämie je geborenem Kalb eingeführt, auch in Schweden wurden gekoppelte Prämien für Rinder eingeführt.

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