
150. Trächtigkeitstag war entscheidend
Henning Wehde (28), Charolais-Züchter aus Deutschland, Isernhagen bei Hannover
75 Charolais-Mutterkühe + Nachzucht (insgesamt 200 Rinder)
„18 meiner Kühe waren betroffen. Sie sind selbst nicht wirklich erkrankt, sondern haben ihre Kälber verworfen oder nicht aufgenommen, aber Symptome an sich hatten wir bei den Kühen keine. Im November beginnen unsere Kühe abzukalben. Bei den ersten 20 Kälbern war alles gut. Ein Kalb war dabei, das einen Herzfehler hatte und eingeschläfert werden musste. Wir dachten damals aber noch, dass alles normal ist und so was halt vorkommt. Etwa um den Nikolaustag ging es dann so richtig los. In der Woche mussten wir drei oder vier Kälber einschläfern. Auf einmal fingen Kühe an brünstig zu werden, die zu dem Zeitpunkt nicht mehr tragend waren. Wir hatten davor aber gar nicht mitbekommen, dass sie ihre Kälber verloren hatten. Sie kamen dazwischen auch nicht in die Brunst, das wurde durch die Blauzungenkrankheit gehemmt. Wir hatten Kälber, die nicht richtig nuckeln konnten. Sie konnten ihre Zunge nicht rollen und hatten keinen Saugreflex. Drei Kälber hatten einen Herzfehler, ein Kalb war blind, ein weiteres hatte Magengeschwüre, die aufgeplatzt sind. Insgesamt mussten wir sechs Kälber erlösen. Drei Kälber sind im Alter zwischen sechs und acht Wochen im Stall umgekippt und gestorben. Ein Kalb haben wir intensiv gepflegt und händisch gefüttert, da es nicht nuckeln konnte. Nach elf Tagen mussten wir es einschläfern, weil es sich nicht selbstständig hinlegen konnte. Davor haben wir es mehrmals am Tag und in der Nacht hingelegt, aber wir konnten es leider nicht retten. Wir waren jeden Tag über vier Stunden bei ihm. Das ist schon frustrierend, wenn man alles tut und trotzdem nicht helfen kann.
Was dieser Artikel noch bereithält:
- So ging es mit Henning Wehdes Herde weiter
Lesen Sie auch weitere Erfahrungen von anderen Landwirten:
Weitere Artikel aus
LANDWIRT BIO 02/2025
Kommentare